Auch wenn ich die Verteilung der Einnahmen kritisch sehe, finde ichs positiv, wenn Modder legal Geld für ihre Mods verlangen können. Die Vorteile überwiegen meiner Meinung nach den Nachteilen eines solchen Systems.
Ein grosser, guter Mod ist ja nicht einfach was, was man so just for fun macht, sondern ist harte Arbeit, in die viel Zeit fliesst. Oft geht dafür der grösste Teil der Freizeit drauf, vor Releases nehmen sich die Leute vielleicht sogar noch (unbezahlten?) Urlaub und arbeiten Nächte lang durch, um etwas rechtzeitig fertig zu bekommen. Sie benutzen Tools wie 3DS Max, Photoshop und vieles mehr, was sie aus eigener Tasche bezahlen. Sie ackern Tutorial um Tutorial durch, um sich das benötigte Wissen anzueignen und so weiter… Und schon nur deswegen ist es doch okay, wenn man ein bisschen Geld für seinen Mod verlangt, um zumindest diese Kosten abzudecken.
Ein guter Modder kann vielleicht seine reguläre Arbeit auf 80% oder noch tiefer zu reduzieren, um mehr Zeit in seinen Mod zu investieren. Er kann sich bessere Tools leisten, einen Weiterbildungskurs besuchen und so weiter. Dies kommt der Qualität und Quantität des Mods zugute und bietet dem Modder eine bessere Chance für einen Einstieg in die Spieleindustrie oder gar genug Erfahrung und Connections zu sammeln um seine eigene Firma zu gründen.
Wiederum dürfte es auch mehr Leute geben, die Mods entwickeln werden. Denn Geld ist immer reizvoll. Nicht jeder ist bereit, seine komplette Freizeit zu opfern, ohne dass er eine Gegenleistung bekommt, bzw nicht jedem geht’s bloss um Fame and Glory. Und das finde ich auch völlig okay.
Und last but not least, könnte das auch eine Entwicklung in Gang setzen, dass wieder mehr Firmen für ihre Spiele Editoren entwickeln und so, wie früher, viel mehr Spiele Mod-fähig sind. Als Beispiel sei da mal Battlefield erwähnt: Bis und mit Battlefield 2 gab es eine grosse Mod Community. Doch danach gab es nie wieder ein Editor und somit starben die Mods langsam aus (Es gibt natürlich noch einige aktive Mods für BF2, aber auch die haben immer weniger Spieler). Der Grund der dafür genannt wurde ist, dass es immer zeitaufwendiger und teuerer wurde, solche Editoren zu erstellen. Was auch garantiert stimmt. Dazu kommen natürlich die (ungenannten) Bedenken, dass man nicht mehr so viele DLC verkaufen könnte, wenns auch Mods gäbe, die dem Spieler gratis Content zur Verfügung stellen (Vielleicht sogar besseren Content als die DLC bieten würden). Doch wenn die Entwickler, in dem Fall DICE, durch Mods auch Geld verdienen würden, wäre der Reiz natürlich viel grösser, wieder Editoren einzuführen. Und das fände ich persönlich eine sehr tolle Entwicklung, denn ich denke immer noch gerne zurück an geniale Mods wie Forgotten Hope, Desert Conflict, Project Realism, uvm. Und ich wäre gerne bereit einen kleinen Betrag zu zahlen, damit ich solche tolle Mods auf der aktuellen Engine spielen könnte.
Natürlich gibt es, wie am Anfang erwähnt, auch Nachteile mit einem solchen System: Mindestens die grösseren Mods würden sicher fast alle Geld verlangen und je nachdem wie viel man pro Mod hinblättern müsste, wäre der Reiz vielleicht nicht mehr so hoch, diese zu spielen. Für mich als knapp 30 jähriger Spieler wären kleinere oder grössere Beiträge absolut kein Problem (Ich kauf mir oft Spiele, auch wenn ich die meisten nicht allzu lange spiele), so lang der Content des Mods auch stimmt. Aber gerade für die jüngeren Spielern wäre das wohl schon ein Problem, gerade wenn man dann nur per Kreditkarte oder so zahlen könnte.
Dazu kommt auch das Verteilsystem von 25% für die Modder und 75% für die Firma. Da wäre ein grösserer Anteil für die Modder schon fair finde ich. Aber wiederum kann man natürlich argumentieren, dass die Modder halt auch bereits die ganze Engine, Features und so weiter nutzen können. Und wenns mir recht ist, gehen schon beim Unreal Development Kit 50% der Einnahmen an die Firma, obwohl man dort ja das meiste selbst machen muss (Also es ist ja kein fertiges Spiel wie z.B. Elder Scrolls Skyrim, sondern eigentlich bloss eine Engine mit ein paar Assets). Und wenn man daher viele Dinge des Spiels selbst nutzt, Modelle, Texturen, Scripts und so weiter, dann ists natürlich auch gerechtfertigt, dass man ein grosser Teil der Einnahmen an die Entwicklerfirma selbst abtreten muss. Denn schliesslich hat man ja nur einen Teil selbst gemacht. Und natürlich gibt’s dazu das gern benutzte Argument, dass durch gute Mods auch mehr Leute das eigentliche Spiel kaufen und das mag für einige Spiele sogar zutreffen (Ein Half Life 2 zum Beispiel). Jedoch wird sich wohl kaum einer Skyrim extra wegen einem Mod kaufen, sondern man besitzt bereits Skyrim und würde darum den ein oder anderen Mod spielen. Jedoch, wie geschrieben, finde ich 25% für die Modder doch bisschen wenig Geld. Im Endeffekt sollten aber die Modder selbst entscheiden, ob das ihnen Wert ist, oder ob sie das Abzocke finden und daher den Mod weiterhin lieber gratis zur Verfügung stellen.
Es gibt sicher noch viel mehr Vor- und Nachteile die man hier auflisten könnte, aber das würde wohl den Rahmen sprengen. Aber schriebt mir doch mal ausführlich, was ihr davon hält und was eure persönliche Meinung dazu ist. Warum findet ihrs gut oder nicht gut, dass für Mods Geld verlangt werden kann? Und unter welchen Bedingungen wärt ihr bereit, Geld dafür auszugeben? Bin gespannt auf eure Antworten
