HP Omen Test
Der 15,6 Zoll HP Omen ist kompakt und flach. Äusserlich macht er eine blendende Figur und hat für Gamer starke Komponenten. Für den Preis von CHF 2'199.- erhält man ein bemerkenswertes Gaming Notebook.
Ich war ganz überrascht, als ich erfuhr dass HP, bisher bekannt für andere Notebooksparten, neu einen Gaming Notebook anbietet. Natürlich fragte ich mich sofort, wie gut dieser HP Omen ist. HP hat mir freundlicherweise für diesen Test ein Modell zur Verfügung gestellt.
Der HP Omen ist geschaffen für Spieler, die bei einem Gaming Notebook Wert auf repräsentatives, kompaktes Äusseres legen und sich trotzdem noch eine hohe Leistung wünschen. FPS Enthusiasten die immer in den höchsten Einstellungen zocken wollen werden eher zu einem 17 Zoll Gerät mit Grafikkarte ab Geforce GTX 970M greifen. Solche grösseren Modelle sind jedoch häufig unhandlich und doppelt so schwer und deshalb für den stationären Desktop Einsatz statt mobilen Einsatz geeignet.
Gehäuse
Das matte Schwarz verpasst dem Omen ein hochwertig wirkendes Gehäuse. Der Rumpf mit matter Oberfläche scheint aus Metall zu sein. Die Deckelrückseite zeigt ein ansprechendes Muster aus winzigen Dreiecks-Vertiefungen. Die Oberflächen nehmen gerne Fingerabdrücke an. Links und rechts neben der Tastatur befindet sich Lochgitter-Streifen für die Lautsprecher. Nach unten hin wird der Rumpf ähnlich wie eine Wanne "kleiner". Mit der verzierten Rückseite sind das die wichtigsten optischen Akzente. In den Lochgittern sind RGB-Leuchtelemente, die bei Sound in einer wählbaren Farbe pulsieren. Je lauter der Sound, desto stärker der Effekt.
Mit nur zwei Zentimetern und 2,1 Kilogramm ist der Omen sehr kompakt und enthält trotzdem leistungsstarke Komponenten. Das einzige Hochglanzelement ist die Bildschirmscheibe. Die silbernen Bildschirmdeckel-Scharniere wirken an den Seiten wie bei einem Rennauto-Auspuff angelaufen und zeigen Liebe zum Detail.
Ich habe an der Verarbeitungsqualität nichts auszusetzen. Unregelmässigkeiten oder andere Mängel konnte ich nicht entdecken. Passend zum edlen Look wirkt das Gehäuse wie aus einem Guss, ähnlich wie die modernen Unibody-Smartphones.
Schnittstellen
Bauartbedingt fehlen VGA und Ethernet. Dafür gibt es 4x USB 3.0 und einen DisplayPort sowie einen HDMI-Anschluss. Alle Ports befinden sich an der Hinterseite. Das habe ich mir schon immer gewünscht, ein Notebook bei dem die USB-Anschlüsse hinten sind, damit mir beim Zocken mit der Maus keine Kabel und USB-Sticks in den Weg kommen. Der Omen unterstützt kein Kensington-Schloss. An der rechten Seite ist der SD-Kartenleser versteckt.
Kommunikation
Die WLAN-Reichweite mit 2,4-GHz scheint überdurchschnittlich und der Datendurchsatz stark zu sein. Bei etwa 9 Meter Entfernung zum Router durch zwei Wände blieb die Empfangsleistung gleich. Bluetooth 4.0 ist natürlich auch vorhanden. Dies ist wohl den zwei Antennen und dem neusten WLAN-Standard 802.11ac zu verdanken, den noch viel zu wenige Notebooks haben. Damit verdoppelt sich mit den richtigen Geräten und Einstellungen der Datendurchsatz. Auch fette Datenbrocken wie Videos und Backups stellen mit dieser WLAN-Geschwindigkeit kein Problem dar.
Zubehör
Die aufwändige Verpackung erinnert an einen Science Fiction Sarg und zeigt auch hier viel künstlerischen Sinn. Darin enthalten sind das Netzteil, ein Mikrofasertuch und eine kurze Installationsanleitung.
Wartung
Das Gerät kann man nicht aufschrauben. Das gesamte Innenleben mit dem Akku ist fest verbaut. Hier wurde wohl zugunsten Kompaktheit und Style entschieden.
Garantie
Während zwei Jahren bietet HP Garantie sowie Abhol- und Lieferservice. Umfang und Dauer können mit dem zusätzlich erhältichen HP Care Pack erweitert werden.
Tastatur
Ganz links befinden sich sechs frei belegebare Zusatztasten. Die beim Gamen häufiger anvisierten Tasten Ctrl und Shift erhielten eine vergrösserte Oberfläche. Diese fühlt sich weich an und ist völlig flach sowie rutschhemmend beschichtet. Der Druckpunkt ist deutlich spürbar. Das Anschlaggeräusch ist sehr dezent und für lärmsensible Umgebungen geeignet. Über die Software HP Omen Control können wie auf den Screenshots zu sehen Tastatur, Beleuchtung, Touchpad und einige Systemeinstellungen gesteuert werden.
Die Tastatur wirkt sehr gut und hochwertig. Ich würde sogar behaupten die beste Notebook Tastatur die ich jemals unter den Fingern hatte, mindestens gleichgut oder sogar besser als die eines MacBook Pro. Als Höhepunkt lässt sich die Tastenbeleuchtung konfigurieren. Folgende Elemente und Zonen können wählbare Farben annehmen: links, Mitte, rechts, Sondertasten P1-P6, WASD, Netzschalter, Lautsprecher Lochgitter Beleuchtung. Abschalten oder Dimmen ist nur global einstellbar.
Touchpad
Das Synaptics-Clickpad ist besonders breit. Die Tasten nicht sichtbar, aber vorhanden. Sogar sehr schnelle Bewegungen werden präzise ausgeführt. Jedoch hat es einfaches Antippen zum Beispiel zum Auswählen einer Datei nicht immer erkannt. Glücklicherweise hat es eindrückbare Tasten. Gesten sind einstellbar. Bis zu vier gleichzeitigen Berührungen werden registriert.
Display
Das Omen hat ein IPS-Panel für hohe Blickwinkel und gute Farbwiedergabe für engagierte Bildbearbeiter verbaut. Die Auflösung von maximal 1920 x 1080 macht Sinn, denn höhere Auflösungen würden in Games auf Kosten der FPS gehen. Das Display ist wegen vorhandenem Touchscreen-Feature glänzend, also sollte man am Besten keine Fenster oder Lampen im Hintergrund haben und das Gerät nicht vor allem für das Gamen im Freien nutzen. Helligkeit und Kontrast sind sehr gut. Dank dem IPS-Panel hat man aus jeder Perspektive klare Sicht. Im Gegensatz hätte ein TN-Panel aus spitzem Winkeln Darstellungsfehler.
Es ist möglich den Omen über den Touchscreen zu bedienen. Wie üblich sind kleine Schaltflächen wie zum Beispiel unter Windows bei Full-HD Auflösung und 15 Zoll schwierig zu treffen. Deshalb wird er vermutlich in der Praxis meistens nur für das Surfen, vor allem Scrollen auf Webseiten genutzt.
Leistung
Der HP Omen ist mit schnellem Vierkerner Intel Core i7-4710HQ (2,5-3,5 GHz), 16 GB RAM und Nvidia Geforce GTX 960M mit 4GB dediziertem RAM und 512GB PCIe SSD so gut wie für jede Aufgabe gerüstet. Selbst anspruchsvolle Programme wie 3D-Rendering und aufwändige Photoshop-Tasks sollten das System nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Von einer schnelleren CPU profitiert wohl kaum ein Spiel.
Die Grafikkarte GTX 960M bietet eine sehr gute Leistung und ist für aktuelle Spiele geeignet. FPS Enthusiasten die immer in den höchsten Einstellungen mit Kantenglättung zocken wollen würden sich für Spitzenmodelle wie GTX 980M und GTX 970M aber noch mehr begeistern.
Die 512GB SSD SanDisk PCI-Express ist mit ~700MB/s Lesegeschwindigkeit schon fast 40% schneller als die üblichen ~500MB/s bei SSD's. In der Praxis ist der Unterschied wohl kaum spürbar. Schnell ist es auf jeden Fall. Ich kann nach Druck auf den Netzschalter innert 5 Sekunden auf den Windows 8 Desktop und loslegen. Dieses Gefühl ist für mich jedes Mal ein Genuss.
Auf vielen neuen Computern ist Bloatware installiert, was Windows verlangsamt. Der Omen ist zum Glück frei davon.
Die meisten aktuelleren Games wie zum Beispiel Bioshock Infinite sollten in hohen Details flüssig laufen, nicht aber sehr anspruchsvolle Titel wie Battlefield 4, Thief, Crysis 3, Dragon Age: Inquisition. Das heisst, dass man sich zurzeit nur selten mit grösseren Kompromissen anfreunden muss, aber in Sachen Grafikleistung auch nicht zukunftssicher aufgestellt ist, da die neuen NextGen Konsolen eine Welle von gesteigertem Leistungshunger und volleren Grafikpracht auslösen.
Geräuschemissionen & Temperatur
Nachteile kompakter Gaming-Notebooks sind oft ein lauter und heißer Betrieb, denn die Gehäuse bieten weniger Platz für passive Kühlelemente, und die Lüfter fallen kleiner aus und müssen daher schneller drehen. Beim Omen ist der Lüfter bei geringer Last nur ganz wenig herauszuhören. Bei Auslastung drehen die Lüfter auf und rauschen deutlich hörbar. Ich habe aber auch noch kein dünnes Gaming-Notebook gehört das unter Last leise ist. Im Windows und Film Betrieb ist die fühlbare Gehäuse Temperatur angenehm lauwarm. Erst unter Last wird der Notebook wohl wie andere kompakte auch heiss.
HP hat vor einigen Jahren die HP CoolSense Funktion eingeführt welche auch für den Omen verfügbar ist. Über eine kleine Software lassen sich drei Modi einstellen: Coolest Mode, Performance Mode, Quietest Mode. Speziell ist, dass man dabei unterschiedliche Einstellungen zwischen stationären und mobilem Betrieb vornehmen kann. Dabei stellt ein Bewegungssensor automatisch fest, ob man den Notebook gerade mobil nutzt, also zum Beispiel auf seinen Oberschenkeln und führt den entsprechend hinterlegten Modus aus. Dies soll heissen Oberschenkeln entgegenwirken.
Sound
Die Beats Audio Lautsprecher klingen bei Film, Musik und Gaming für Notebookverhältnisse gut. Die zwei integrierten Mikrofone können erstaunlich wirkungsvoll die Umgebungsgeräusche rausfiltern. Wenn nur etwa zwei Meter entfernt jemand spricht wird diese Stimme nicht übertragen. Trotzdem würde ich es aber wie üblich bei integrierten Mikrofonen nur aushilfsmässig für TeamSpeak und Skype nutzen und immer ein Headset vorziehen. Die eingebaute Full-HD Webcam ist beim Skype Test in Ordnung, wer eine gute Webcam möchte empfehle ich eine externe Webcam zum Beispiel von Logitech. Für das Headset passt wie immer verbreiteter nur ein Combojackanschluss und keine Mikro- und Kopfhörer Klinkenanschlüsse. Deshalb ist für zwei-Stecker-3,5mm-Klinken-Headsets ein Adapter wie der Roline Headset-Adapter (8.-) oder Sennheiser PCV 05 (17.-) zu erwerben.
Akkulaufzeit
Der Akku hält nicht besonders lange. Im Idle ohne WLAN und geringster Helligkeit hält er etwa 4 Stunden, beim Surfen über WLAN etwas mehr als 3 Stunden, beim Film schauen mit voller Helligkeit etwa 2h 30min und unter Last mit voller Helligkeit 1h 15min.
Pro/Contra
+ kompakt, flach und leicht
+ schickes Design, überzeugende Materialien
+ einwandfreie Verarbeitung
+ exklusive, gelungene Beleuchtungseffekte
+ durch die hinteren Anschlüsse keine Kabel und Geräte im Weg
+ sehr gute Tastatur
+ vielfältig konfigurierbare, mehrfarbige Tastaturenbeleuchtung
+ helles, kontrastreiches IPS-Panel
+ Touchscreen
+ hohe Leistung
+ schnelle SSD
+ sehr flüssige Bedienung
+ Moderner Funkadapter (5 GHz, neuste Schnittstelle ac) mit prima Empfang und Durchsatz
- kein Ethernetanschluss und kein USB-Ethernetadapter im Lieferumfang
- Grafikkarte ist nicht die stärkste wie GTX 970M/980M
- Bildschirm spiegelt stark
- Für Headset passt nur ein Combojack und keine Klinkenstecker und kein Adapter im Lieferumfang
- mässige Akkulaufzeiten
- Anschlüsse schlecht erreichbar, weil alle hinten
- kaum Zubehör, keine Recovery-Medien
- Akku und RAM fest verbaut
- Lüfter im 3D-Betrieb nicht leise
- Oberflächen empfänglich für Fingerabdrücke
Fazit
Ich kann den HP Omen sehr empfehlen. Er ist für mich der schönste und hochwertigste Notebook mit bester Tastatur. Bildschirm und Leistung sind auf höchstem Niveau. Die spektakulären, frei einstellbaren Farbeffekte sowie Tastaturenbeleuchtung sind einzigartig. Ohne folgende drei störenden Schwächen wäre der Omen für Notebook-Gamer ein Pflichtkauf: Der fehlende Ethernetanschluss/USB-Adapter, kein mattes Display und die nicht mehr stärkste Grafikkarte. Mit einem selber gekauften USB-Ethernetadapter ist die eine Schwäche behoben. Dank der Top-Bildqualität kann ich dem glänzenden Display vergeben. Mit der eingebauten Grafikkarte lässt sich gut zocken und die besten Grafikkarten gibt es meistens erst in doppelt so schweren 17 Zöllern.
Wenn man seine Stärken schätzt und Schwächen toleriert ist der Omen DAS Gaming-Notebook.
Unterwegs im Zug zog ich aufgrund des Äusseren bei einigen die Aufmerksamkeit auf mich und ein gegenüber sitzender Fahrgast hat mich sogar staunend auf den Notebook angesprochen. Aufgrund seiner Stärken abseits der reinen FPS-Gaming-Performance kann er genauso gut als Lifestyle- oder Business-Notebook eingestuft werden. Ich bin begeistert, er ist mein Favorit. Dieser erste Gaming-Notebook Wurf ist HP sehr gelungen. Ich bin gespannt wie sich diese Produktlinie weiter entwickelt.
Spezifikationen und weitere Infos findet ihr im HP Store
Welchen Eindruck macht der HP Omen auf euch?
*update 01.07.2015, Grafikkarte Geforce GTX 860M auf neu verbaute Geforce GTX 960M geändert
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Der 15,6 Zoll HP Omen ist kompakt und flach. Äusserlich macht er eine blendende Figur und hat für Gamer starke Komponenten. Für den Preis von CHF 2'199.- erhält man ein bemerkenswertes Gaming Notebook.
Ich war ganz überrascht, als ich erfuhr dass HP, bisher bekannt für andere Notebooksparten, neu einen Gaming Notebook anbietet. Natürlich fragte ich mich sofort, wie gut dieser HP Omen ist. HP hat mir freundlicherweise für diesen Test ein Modell zur Verfügung gestellt.
Der HP Omen ist geschaffen für Spieler, die bei einem Gaming Notebook Wert auf repräsentatives, kompaktes Äusseres legen und sich trotzdem noch eine hohe Leistung wünschen. FPS Enthusiasten die immer in den höchsten Einstellungen zocken wollen werden eher zu einem 17 Zoll Gerät mit Grafikkarte ab Geforce GTX 970M greifen. Solche grösseren Modelle sind jedoch häufig unhandlich und doppelt so schwer und deshalb für den stationären Desktop Einsatz statt mobilen Einsatz geeignet.
Gehäuse
Das matte Schwarz verpasst dem Omen ein hochwertig wirkendes Gehäuse. Der Rumpf mit matter Oberfläche scheint aus Metall zu sein. Die Deckelrückseite zeigt ein ansprechendes Muster aus winzigen Dreiecks-Vertiefungen. Die Oberflächen nehmen gerne Fingerabdrücke an. Links und rechts neben der Tastatur befindet sich Lochgitter-Streifen für die Lautsprecher. Nach unten hin wird der Rumpf ähnlich wie eine Wanne "kleiner". Mit der verzierten Rückseite sind das die wichtigsten optischen Akzente. In den Lochgittern sind RGB-Leuchtelemente, die bei Sound in einer wählbaren Farbe pulsieren. Je lauter der Sound, desto stärker der Effekt.Mit nur zwei Zentimetern und 2,1 Kilogramm ist der Omen sehr kompakt und enthält trotzdem leistungsstarke Komponenten. Das einzige Hochglanzelement ist die Bildschirmscheibe. Die silbernen Bildschirmdeckel-Scharniere wirken an den Seiten wie bei einem Rennauto-Auspuff angelaufen und zeigen Liebe zum Detail.
Ich habe an der Verarbeitungsqualität nichts auszusetzen. Unregelmässigkeiten oder andere Mängel konnte ich nicht entdecken. Passend zum edlen Look wirkt das Gehäuse wie aus einem Guss, ähnlich wie die modernen Unibody-Smartphones.
Schnittstellen
Bauartbedingt fehlen VGA und Ethernet. Dafür gibt es 4x USB 3.0 und einen DisplayPort sowie einen HDMI-Anschluss. Alle Ports befinden sich an der Hinterseite. Das habe ich mir schon immer gewünscht, ein Notebook bei dem die USB-Anschlüsse hinten sind, damit mir beim Zocken mit der Maus keine Kabel und USB-Sticks in den Weg kommen. Der Omen unterstützt kein Kensington-Schloss. An der rechten Seite ist der SD-Kartenleser versteckt.
Kommunikation
Die WLAN-Reichweite mit 2,4-GHz scheint überdurchschnittlich und der Datendurchsatz stark zu sein. Bei etwa 9 Meter Entfernung zum Router durch zwei Wände blieb die Empfangsleistung gleich. Bluetooth 4.0 ist natürlich auch vorhanden. Dies ist wohl den zwei Antennen und dem neusten WLAN-Standard 802.11ac zu verdanken, den noch viel zu wenige Notebooks haben. Damit verdoppelt sich mit den richtigen Geräten und Einstellungen der Datendurchsatz. Auch fette Datenbrocken wie Videos und Backups stellen mit dieser WLAN-Geschwindigkeit kein Problem dar.
Zubehör
Die aufwändige Verpackung erinnert an einen Science Fiction Sarg und zeigt auch hier viel künstlerischen Sinn. Darin enthalten sind das Netzteil, ein Mikrofasertuch und eine kurze Installationsanleitung.
Wartung
Das Gerät kann man nicht aufschrauben. Das gesamte Innenleben mit dem Akku ist fest verbaut. Hier wurde wohl zugunsten Kompaktheit und Style entschieden.
Garantie
Während zwei Jahren bietet HP Garantie sowie Abhol- und Lieferservice. Umfang und Dauer können mit dem zusätzlich erhältichen HP Care Pack erweitert werden.
Tastatur
Ganz links befinden sich sechs frei belegebare Zusatztasten. Die beim Gamen häufiger anvisierten Tasten Ctrl und Shift erhielten eine vergrösserte Oberfläche. Diese fühlt sich weich an und ist völlig flach sowie rutschhemmend beschichtet. Der Druckpunkt ist deutlich spürbar. Das Anschlaggeräusch ist sehr dezent und für lärmsensible Umgebungen geeignet. Über die Software HP Omen Control können wie auf den Screenshots zu sehen Tastatur, Beleuchtung, Touchpad und einige Systemeinstellungen gesteuert werden.
Die Tastatur wirkt sehr gut und hochwertig. Ich würde sogar behaupten die beste Notebook Tastatur die ich jemals unter den Fingern hatte, mindestens gleichgut oder sogar besser als die eines MacBook Pro. Als Höhepunkt lässt sich die Tastenbeleuchtung konfigurieren. Folgende Elemente und Zonen können wählbare Farben annehmen: links, Mitte, rechts, Sondertasten P1-P6, WASD, Netzschalter, Lautsprecher Lochgitter Beleuchtung. Abschalten oder Dimmen ist nur global einstellbar.
Touchpad
Das Synaptics-Clickpad ist besonders breit. Die Tasten nicht sichtbar, aber vorhanden. Sogar sehr schnelle Bewegungen werden präzise ausgeführt. Jedoch hat es einfaches Antippen zum Beispiel zum Auswählen einer Datei nicht immer erkannt. Glücklicherweise hat es eindrückbare Tasten. Gesten sind einstellbar. Bis zu vier gleichzeitigen Berührungen werden registriert.
Display
Das Omen hat ein IPS-Panel für hohe Blickwinkel und gute Farbwiedergabe für engagierte Bildbearbeiter verbaut. Die Auflösung von maximal 1920 x 1080 macht Sinn, denn höhere Auflösungen würden in Games auf Kosten der FPS gehen. Das Display ist wegen vorhandenem Touchscreen-Feature glänzend, also sollte man am Besten keine Fenster oder Lampen im Hintergrund haben und das Gerät nicht vor allem für das Gamen im Freien nutzen. Helligkeit und Kontrast sind sehr gut. Dank dem IPS-Panel hat man aus jeder Perspektive klare Sicht. Im Gegensatz hätte ein TN-Panel aus spitzem Winkeln Darstellungsfehler.
Es ist möglich den Omen über den Touchscreen zu bedienen. Wie üblich sind kleine Schaltflächen wie zum Beispiel unter Windows bei Full-HD Auflösung und 15 Zoll schwierig zu treffen. Deshalb wird er vermutlich in der Praxis meistens nur für das Surfen, vor allem Scrollen auf Webseiten genutzt.
Leistung
Der HP Omen ist mit schnellem Vierkerner Intel Core i7-4710HQ (2,5-3,5 GHz), 16 GB RAM und Nvidia Geforce GTX 960M mit 4GB dediziertem RAM und 512GB PCIe SSD so gut wie für jede Aufgabe gerüstet. Selbst anspruchsvolle Programme wie 3D-Rendering und aufwändige Photoshop-Tasks sollten das System nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Von einer schnelleren CPU profitiert wohl kaum ein Spiel.
Die Grafikkarte GTX 960M bietet eine sehr gute Leistung und ist für aktuelle Spiele geeignet. FPS Enthusiasten die immer in den höchsten Einstellungen mit Kantenglättung zocken wollen würden sich für Spitzenmodelle wie GTX 980M und GTX 970M aber noch mehr begeistern.
Die 512GB SSD SanDisk PCI-Express ist mit ~700MB/s Lesegeschwindigkeit schon fast 40% schneller als die üblichen ~500MB/s bei SSD's. In der Praxis ist der Unterschied wohl kaum spürbar. Schnell ist es auf jeden Fall. Ich kann nach Druck auf den Netzschalter innert 5 Sekunden auf den Windows 8 Desktop und loslegen. Dieses Gefühl ist für mich jedes Mal ein Genuss.
Auf vielen neuen Computern ist Bloatware installiert, was Windows verlangsamt. Der Omen ist zum Glück frei davon.
Die meisten aktuelleren Games wie zum Beispiel Bioshock Infinite sollten in hohen Details flüssig laufen, nicht aber sehr anspruchsvolle Titel wie Battlefield 4, Thief, Crysis 3, Dragon Age: Inquisition. Das heisst, dass man sich zurzeit nur selten mit grösseren Kompromissen anfreunden muss, aber in Sachen Grafikleistung auch nicht zukunftssicher aufgestellt ist, da die neuen NextGen Konsolen eine Welle von gesteigertem Leistungshunger und volleren Grafikpracht auslösen.
Geräuschemissionen & Temperatur
Nachteile kompakter Gaming-Notebooks sind oft ein lauter und heißer Betrieb, denn die Gehäuse bieten weniger Platz für passive Kühlelemente, und die Lüfter fallen kleiner aus und müssen daher schneller drehen. Beim Omen ist der Lüfter bei geringer Last nur ganz wenig herauszuhören. Bei Auslastung drehen die Lüfter auf und rauschen deutlich hörbar. Ich habe aber auch noch kein dünnes Gaming-Notebook gehört das unter Last leise ist. Im Windows und Film Betrieb ist die fühlbare Gehäuse Temperatur angenehm lauwarm. Erst unter Last wird der Notebook wohl wie andere kompakte auch heiss.
HP hat vor einigen Jahren die HP CoolSense Funktion eingeführt welche auch für den Omen verfügbar ist. Über eine kleine Software lassen sich drei Modi einstellen: Coolest Mode, Performance Mode, Quietest Mode. Speziell ist, dass man dabei unterschiedliche Einstellungen zwischen stationären und mobilem Betrieb vornehmen kann. Dabei stellt ein Bewegungssensor automatisch fest, ob man den Notebook gerade mobil nutzt, also zum Beispiel auf seinen Oberschenkeln und führt den entsprechend hinterlegten Modus aus. Dies soll heissen Oberschenkeln entgegenwirken.
Sound
Die Beats Audio Lautsprecher klingen bei Film, Musik und Gaming für Notebookverhältnisse gut. Die zwei integrierten Mikrofone können erstaunlich wirkungsvoll die Umgebungsgeräusche rausfiltern. Wenn nur etwa zwei Meter entfernt jemand spricht wird diese Stimme nicht übertragen. Trotzdem würde ich es aber wie üblich bei integrierten Mikrofonen nur aushilfsmässig für TeamSpeak und Skype nutzen und immer ein Headset vorziehen. Die eingebaute Full-HD Webcam ist beim Skype Test in Ordnung, wer eine gute Webcam möchte empfehle ich eine externe Webcam zum Beispiel von Logitech. Für das Headset passt wie immer verbreiteter nur ein Combojackanschluss und keine Mikro- und Kopfhörer Klinkenanschlüsse. Deshalb ist für zwei-Stecker-3,5mm-Klinken-Headsets ein Adapter wie der Roline Headset-Adapter (8.-) oder Sennheiser PCV 05 (17.-) zu erwerben.
Akkulaufzeit
Der Akku hält nicht besonders lange. Im Idle ohne WLAN und geringster Helligkeit hält er etwa 4 Stunden, beim Surfen über WLAN etwas mehr als 3 Stunden, beim Film schauen mit voller Helligkeit etwa 2h 30min und unter Last mit voller Helligkeit 1h 15min.
Pro/Contra
+ kompakt, flach und leicht
+ schickes Design, überzeugende Materialien
+ einwandfreie Verarbeitung
+ exklusive, gelungene Beleuchtungseffekte
+ durch die hinteren Anschlüsse keine Kabel und Geräte im Weg
+ sehr gute Tastatur
+ vielfältig konfigurierbare, mehrfarbige Tastaturenbeleuchtung
+ helles, kontrastreiches IPS-Panel
+ Touchscreen
+ hohe Leistung
+ schnelle SSD
+ sehr flüssige Bedienung
+ Moderner Funkadapter (5 GHz, neuste Schnittstelle ac) mit prima Empfang und Durchsatz
- kein Ethernetanschluss und kein USB-Ethernetadapter im Lieferumfang
- Grafikkarte ist nicht die stärkste wie GTX 970M/980M
- Bildschirm spiegelt stark
- Für Headset passt nur ein Combojack und keine Klinkenstecker und kein Adapter im Lieferumfang
- mässige Akkulaufzeiten
- Anschlüsse schlecht erreichbar, weil alle hinten
- kaum Zubehör, keine Recovery-Medien
- Akku und RAM fest verbaut
- Lüfter im 3D-Betrieb nicht leise
- Oberflächen empfänglich für Fingerabdrücke
Fazit
Ich kann den HP Omen sehr empfehlen. Er ist für mich der schönste und hochwertigste Notebook mit bester Tastatur. Bildschirm und Leistung sind auf höchstem Niveau. Die spektakulären, frei einstellbaren Farbeffekte sowie Tastaturenbeleuchtung sind einzigartig. Ohne folgende drei störenden Schwächen wäre der Omen für Notebook-Gamer ein Pflichtkauf: Der fehlende Ethernetanschluss/USB-Adapter, kein mattes Display und die nicht mehr stärkste Grafikkarte. Mit einem selber gekauften USB-Ethernetadapter ist die eine Schwäche behoben. Dank der Top-Bildqualität kann ich dem glänzenden Display vergeben. Mit der eingebauten Grafikkarte lässt sich gut zocken und die besten Grafikkarten gibt es meistens erst in doppelt so schweren 17 Zöllern.
Wenn man seine Stärken schätzt und Schwächen toleriert ist der Omen DAS Gaming-Notebook.
Unterwegs im Zug zog ich aufgrund des Äusseren bei einigen die Aufmerksamkeit auf mich und ein gegenüber sitzender Fahrgast hat mich sogar staunend auf den Notebook angesprochen. Aufgrund seiner Stärken abseits der reinen FPS-Gaming-Performance kann er genauso gut als Lifestyle- oder Business-Notebook eingestuft werden. Ich bin begeistert, er ist mein Favorit. Dieser erste Gaming-Notebook Wurf ist HP sehr gelungen. Ich bin gespannt wie sich diese Produktlinie weiter entwickelt.
Spezifikationen und weitere Infos findet ihr im HP Store
Welchen Eindruck macht der HP Omen auf euch?
*update 01.07.2015, Grafikkarte Geforce GTX 860M auf neu verbaute Geforce GTX 960M geändert
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