Kapitel 3 - Ein Halbgott in Nöten
Während dieser Zeit trafen sich Kartus und Mugumaster regelmässig in der Nähe des Spawns. Mugumaster hatte ein spannendes Höhlensystem entdeckt und die zwei Abenteurer machten sich mit einem Beutel voll Fackeln und dem Pickel auf, es zu erforschen. Kartus witzelte: "Wir sind ja so mutige Pioniere, während sich alle kaum vom Spawn wegtrauen, werden wir nun als Helden der Höhlensysteme eingehen!" Er war immer wieder fasziniert von der Welt unter der Erde. Mugumaster grinste und teilte mit, dass er etwas Hochspannendes entdeckt hatte. Obwohl Kartus ihn mit Fragen löcherte, rückte er nicht mit einer Antwort raus und sagte nur, dass Kartus staunen werde.
Sie betraten das Höhlensystem, am Anfang hatte es dem Weg entlang Licht, das Mugumaster bereits angebracht hatte. Dann aber kamen sie an eine Abzweigung. Die Höhle links war wie ein dunkles Loch. Schnell war die erste Fackel platziert, die Zwei atmeten auf. "Brrr", gluckste Mugumaster, "so ganz ohne Licht, ist‘s schon gefährlich. Aber komm jetzt hier nach rechts.“ Je weiter sie kamen, umso lauter wurde ein Ton. Es klang wie ein Singen. "Was ist das?", fragte Kartus. Mugumaster schüttelte lächelnd den Kopf, er war noch nicht bereit, seine Überraschung zu verraten. Das Singen verstärkte sich, bald war es eher ein Rauschen. In Kürze sahen die zwei, dass es von einem riesigen, unterirdischen Wasserfall kam. Er sah im Licht der Fackeln grossartig aus, das Wasser glitzerte und schäumte. Verständigung war bei dem Lärm, den der Wasserfall machte kaum möglich, so schrie Mugumaster: "Wenn wir es hinaufschaffen, durch das eisige Wasser hinaufklettern, hat es oben Gold! Ich habe es gesehen, bin aber ausgerutscht und wurde wieder runtergespült." Die Zwei schlugen ihre Fackeln in Leder ein, damit diese nicht nass würden. "Ich zeig dir wie ich hochkam." Mugumaster nahm Anlauf und sprang so hoch wie möglich mitten in den Wasserfall. Sofort suchte er nach griffigen Felsbuckeln um sich festzuhalten. Sobald er Halt hatte, fing er an hochzuklettern. Das Wasser spülte mit klirrend kalter Kraft an ihm und versuchte ihn wieder runterzuziehen. Mugumaster kletterte hartnäckig weiter. Die Luft wurde ihm knapp. Durch den Luftmangel rauschte es nun auch in seinem Kopf. Eine kleine Unaufmerksamkeit und schon hatte er den Halt verloren und wurde wieder zu Kartus gespült. Er keuchte und schnappte verzweifelt nach Luft, während ihn Kartus aus dem Wasser zog. "Meinst du wirklich, dass man da hochkommen kann?", fragte Kartus. "Sicher, ich habe ja das Gold mit eigenen Augen gesehen!", erwiderte Mugumaster nach Atem ringend. "Gut, dann ruh dich mal aus und ich versuche es", erwiderte Kartus. Gesagt getan, schon sprang er mutig auf einen Felsvorsprung und von dort aus so hoch wie möglich in den Wasserfall.
Langsam kam Mugumaster zu Atem und überlegte sich, wie lange er wohl warten sollte, bis er Kartus nachsetzen würde. "Erst mal schauen, ob er nicht wieder runter geschwemmt kommt", sagte er vor sich hin, "es ist wirklich besser, dies zu Zweit zu machen, ich glaube, ich hätte es nicht mehr ans Ufer geschafft, hier ist alles so glatt." Er sann darüber nach, was für ein Glück er hatte, als er alleine hier war, dass ihm nichts geschehen war, als sich ein Pfeil ein paar Zentimeter neben seinem Arm in den Fels bohrte. Erschreckt sprang er auf und wandte sich um und schaute geradewegs in das nackte Gerippe seines Angreifers. Das Skelett legte bereits den nächsten Pfeil auf seinen Bogen. Mugumaster duckte sich hinter einen Felsen und schon flog der Pfeil dahin, wo er gerade noch gestanden hatte. Sein Schwert zückend, sprang Mugu nun vor und versetzte dem Angreifer einen harten Schlag, welcher dem Skelett seine Elle abschlug. "Na, was machst du nun?", schrie der Kämpfer und schlug nochmals zu. Das Knochengerüst wurde von der Wucht des Schlages in den Wasserfall geschmettert. Sofort wurde es von der Strömung weggezogen. Aufatmend versenkte Mugumaster sein Schwert wieder in die Lederscheide. Er wandte sich wieder dem Ort zu, wo Kartus verschwunden war und wischte sich den Angstschweiss von der Stirn. "Himmel, das war knapp!", schnaubte er. Dann veranschlagte er, dass es Kartus wohl geschafft hatte, da er nicht wieder aufgetaucht war und setzte ihm nach.
Mit dem selben Sprung vom Felsen, machte er seinen zweiten Versuch. Heute hatte er jedoch kein Glück, wieder wurde er von der Strömung runter gerissen. Diesmal war kein Helfer unten, der ihn herauszog und so wurde er hilflos weitergezerrt und verschwand in der Dunkelheit...
Kartus lag unterdessen oberhalb des Wasserfalls auf dem kalten Stein. Er war total erschöpft von dem Kampf gegen den Fluss, wusste aber, dass es nun wichtig war, sofort Licht zu entzünden um Monster fernzuhalten. Er raffte sich auf, klemmte ein paar Fackeln in Felsspalten und staunte. Im Licht glitzerte eine grosse Goldader. Kartus setzte sich auf einen Felsbuckel nahe dem Ort, wo Mugumaster herauskommen sollte, um ihm dann aus dem Wasser zu helfen. Nachdem die erste Fackel beinahe heruntergebrannt war, wurde ihm klar, dass sein Freund nicht kommen würde und dass er wohl besser nicht versuchen sollte, sich runterspülen zu lassen, es war einfach zu gefährlich. Tief Atem holend, schaute er sich um. "Ich werde mal das Gold abbauen, dass nicht alles umsonst war und dann in den Gang, der hier dunkel auf mich wartet betreten. Vielleicht geht es hier raus." Leer schluckend machte er sich an die Arbeit.
"Stunden, ich habe Stunden gebraucht, um einen Ausgang zu finden!" Kartus wärmte sich an einem Feuer auf. Healkuh, der Kartus entdeckt hatte, als dieser total erschöpft und durchfroren aus der Höhle taumelte, legte noch ein Holz in die Glut. "Ihr zwei wart wirklich unvorsichtig! Und wie wollen wir nun Mugumaster finden? Was, wenn er nicht überlebt hat?" Healkuh schüttelte verzweifelt den Kopf. "
Oh, ein Feuer, dürfen wir uns dazusetzen?" ertönte die muntere Stimme von Swizzz. Er trat ins Licht und hinter ihm tauchte Mugumaster auf. Lachend erzählte dieser, wie er von der Strömung weitergerissen wurde, im Dunkeln an glitschigen Felsen vorbeigeschwemmt und plötzlich durch einen Wasserfall ins Freie gespült worden sei und dadurch im See, der nahe dem Spawn war, landete. "Es war herrlich, das Wasser des Sees war so warm nach dem lausig kalten Fluss." Mugumasters gute Laune steckte nun an, nachdem alle Ängste vorbei waren. Swizzz nahm seinen Beutel in die Nähe des Feuers und zog nach kurzem stöbern ein grosses Stück Fleisch heraus. "Lass uns auf das gute Ende dieses Abenteuers ein Steak braten!", grinste er sie an und erzählte, wie er mit einer Redstone-Falle den Stier erlegt hatte, als Mugumaster plötzlich aus dem See auftauchte. Viel später, als sie am Feuer lagen und schon beinahe eingeschlafen waren, erklärte Mugumaster Kartus, dass sie den geschichtsträchtigen See unbedingt schön machen sollten, da Kartus es ja geschafft hatte, das Gold abzubauen und sie somit genug Gold hatten um Materialien einzutauschen. So entstand Lake Window, der See mit der Schutzverglasung.
Indessen hörte man tagelang nichts mehr von Enob. Kartus fing an sich Sorgen zu machen, ob Enob einem Zombie zum Opfer gefallen sei und trommelte einen Suchtrupp zusammen. Strukturiert, wie es seine Art war, entsandte er die Leute in verschiedene Gebiete. Bald erreichte ihn eine Nachricht von DeTomaso. Kartus öffnete die Botschaft und las sie leise murmelnd. "Enob gefunden, er ist halb verhungert, weil er so intensiv gebaut hat, aber sonst wohlauf. Komm her und schau, ich kanns kaum beschreiben..." So machten sich Kartus und die Leute, die gerade in der Nähe waren gespannt auf und sahen bald von weitem eine Pyramide. Und nicht nur das: Oberhalb der Pyramide, wie ein Spiegelbild, war eine umgekehrte Pyramide aus der Lava floss. "Wie kommt man denn in die obere Pyramide?" fragte einer der Bewunderer, als sie angekommen waren. "Dort ist mein Lager, folglich muss niemand dort rauf", meinte Enob und spielte lässig mit seinem Schwert. "Nein, nein, niiiiemand wird etwas von deiner oberen Pyramide wollen", grinste lenkii fies. Man sah, dass es ihm in den Fingern juckte. "Schon gut, lenkii", warf Mugumaster ein, "du hast sicher bemerkt, dass ich mein Schloss mit Obsidian - dem stärksten Gestein - verstärken musste. Wir beide wissen wieso!", er sah ein wenig verärgert aus. lenkii lachte: "Wieso, hast du irgendwelche Probleme?" Kartus schaute interessiert. Informationen, die sein Land betrafen waren für ihn wichtig. Mugumaster murrte darüber, dass lenkii manchmal wirklich unerträglich viel ärgerte. "Ach was", nuschelte lenkii, "ihr versteht manchmal wirklich wenig Spass!" und zog von dannen. Mix3001 schaute ihm gedankenverloren nach. "Was heckt er wohl nun schon wieder aus? Ist dein Schloss nun wirklich lenkii-sicher?" Mugumaster lächelte vor sich hin: "Oh ja, das kann man sagen! Der reisst keine Wände mehr ein um reinzukommen."
"Apropos", fuhr Mugumaster zu Kartus gewendet fort, "wie siehts mit dem Spawn aus? Du wolltest dort doch etwas Schönes bauen." Kartus knurrte verärgert etwas von Creepern und dass er nun unbedingt nachschauen musste, ob diese fiesen Kerle wieder mal einen Energieüberschuss losgelassen hatten. "Ihr glaubt gar nicht wie es diese Grünen auf den Spawn abgesehen haben. Obwohl wir doch einen Pakt hatten, kommen sie immer wieder vorbei und beweisen, dass sie zu einer anderen Sippe gehören und dass es ihnen gar nicht passt, dass wir hier leben. Ich bin mehr beschäftigt, hinter ihnen wieder aufzuwischen, als dass ich meine Arbeit machen kann." Kartus hatte sich in Fahrt geredet. Mix3001 zuckte die Schultern und erklärte, dass er dank seiner Beleuchtung in Waterseven kaum Probleme habe. Kartus schaute ihn nachdenklich an. "Ja, das kann gut sein, obwohl sie keine Angst vor der Sonne haben, scheuen sie das Licht. Genau!", fuhr er fort, "ich werde ein paar Fackeln opfern um den Spawn angemessen zu beleuchten."
Mugumaster schaute grüblerisch drein. "Was meint ihr, wenn wir lenkii mal etwas Vernünftiges zu tun geben macht er vielleicht weniger Blödsinn. Ich hätte da eine Idee. Ihr wisst, die die schon lange in mir schwelt: Wir bauen eine Falle für diese Monster, lenkii könnte mir dabei helfen. Monster ärgern macht sicher genauso Spass wie uns zu ärgern!" Die Anderen nickten und alle fanden seinen Vorschlag super. So machte sich Mugumaster auf, um lenkii einzuholen und für seinen Mobfallenbau zu schnappen. Mix3001 seufzte und beklagte sich, dass man immer so viel laufen müsse und es kaum vernüftige Minecart-Strecken gäbe. Er hielt kurz inne: "Was meint ihr, wenn wir eine Minecartbahn bauen würden, die die wichtigsten Punkte verbinden?" Allgemeine Zustimmung bestärkte ihn in seiner Idee, als er aber für Helfer fragte, hatte jeder plötzlich ziemlich viel zu tun. Kartus sprach das Schlusswort: "Wir werden dieses Projekt später in Angriff nehmen." DeTomaso hatte eine zusätzliche Idee: "Lasst uns einen Hauptbahnhof bauen und von dort aus verbinden wir! ... Naja später, nicht jetzt, ich muss noch Schafe suchen um Wolle für meinen Teppich zu bekommen." Mix3001 hob eine Braue und erklärte, dass er jetzt anfangen werde. Hald einfach mal von Waterseven zum Spawn. Aber wenn niemand wirklich interessiert sei zu helfen, werde er dieses Grossprojekt alleine durchziehen. "Jawohl, und das wird eine tolle Einnahmequelle werden für mich. Weil es mein eigenes Projekt ist, werden die Leute Eintritt bezahlen um die Bahn benutzen zu dürfen." Zufrieden schulterte er seinen Pickel und machte sich auf, seine Bahn zu bauen. FantaJim schaute verdutzt und zischelte etwas im Weggehen, man verstand nur ein abfälliges „bezahlen“. Mehrere Leute schauten sich an und es schien, dass sie sich einig waren, dass ihnen diese Entwicklung nicht wirklich passte.