Steam Universe

Mission Eroberung Wohnzimmer

Den ersten Schritt in unser Wohnzimmer hat Valve schon mit der Einführung von Big Picture gemacht, bei dem das SteamUI quasi verkonsolisiert und nun für Fernsehgeräte und Controller optimiert wurde.

Mittlerweile besitzt Big Picture ein optimiertes QWERTZ-analog zum Chatten – genannt Daisywheel, mit dem man mit den Daumen und dem Analogstick einfach schreiben kann und einen First-Person-Browser für einfaches Surfen.

Die zweite Phase auf dem Pfade der Eroberung von unseren Wohnzimmern beinhaltete die Ankündigung des auf Linux basierendem SteamOS. Nicht lange, respektive gleich danach, gingen Gerüchte und Theorien umher, warum Valve ein eigenes Operation System entwickeln sollte und man kam auf den Gedanken, dass sie ihre eigenen Konsolen fabrizieren wollen. Und die Leute hatten Recht.

Bald danach wurde Phase 3: Die Steam Machines angekündet. Es wurden Test-Maschinen an ausgewählte Communitymitglieder geschickt und der Hype darum hat sich immer wie mehr aufgebaut. Man wolle nun auch Casual-Gamer und Casual-Gamerinnen ansprechen und ihnen den Einstieg mit einer Steam Machine vereinfachen und benutzerfreundlich machen. Aus persönlicher Erfahrung war aber der Hype vor allem bei den Core-Gamern zu spüren, weil Valve grosse und vor allem innovative Ankündigungen präsentierte. Bei vielen herrscht der Gedanke, dass Valve mit ihrem vielen Geld diese auch durchsetzen könnte – Gaben sei gepriesen. Doch was nützt einem dieser Hype in der Community, welche alle schon einen Computer mit Steam besitzen. Ausserhalb von Internetforen und Gamingseiten habe ich über dieses Thema überhaupt nichts gehört. Bitte teilt dies doch in den Kommentaren mit, falls ihr ausserhalb der Kenner-Szene damit in Kontakt gekommen seid.

Mittlerweile besitzt Steam eine Seite genannt Steam Universe und fasst damit die vier Geräte zusammen, welche die Mission Eroberung Wohnzimmer auf der ganzen Welt zum Erfolg führen sollen:

1. Steam Controller
2. Steam Link
3. Steam Machines
4. SteamVR

Steam Controller

steam controller - Steam UniverseDer Steam Controller besitzt zwei Trackpads um auch Spiele, die nicht unbedingt mit einem Controller im Hinterkopf designt worden sind, spielen zu können. Valve verspricht den Pads hochauflösendes haptisches Feedback. Des weiteren hat der Controller Zweischalt-Buttons mit denen zwischen digitalem, analogem oder kombiniertem Input gewählt werden kann, Griff (Schulter)-Buttons und die Steuerung kann vollständig neu konfiguriert werden. Jedes Spiel kann dabei verschiedene Profile besitzen oder statt selber zu konfigurieren, kann man diese auch in der Community im Workshop teilen und übernehmen. Das Einzige was beim Controller nun stimmen muss, ist, wie gut man die Spiele steuern kann. Von der Couch aus lässt es sich eben immer noch am bequemsten mit einem Controller spielen, aber eben nur wenn keine Frustration durch die Steuerung aufkommt.

Steam Link

steam link - Steam UniverseEinfach das Gerät mit dem Fernseher und dem Heimnetzwerk verbinden und alle verbundenen Computer, die Steam gestartet haben, werden erkannt. Laut Valve kann man sich dann nur zurücklehnen und losspielen. Solange der Computer das Spiel gut laufen lassen kann, läuft es auch auf dem Fernseher ohne Probleme. Das einzige Problem dabei kann und wird wahrscheinlich die Verbindungsgeschwindigkeit sein: Besitzt man ein langsames Netz, wird die Spielpartie holprig und die FPS-Rate sinkt. Solange nicht zuverlässig mit 60+ FPS „gestreamt“ werden kann, werden sich vermutlich die wenigsten Leute dieses Gerät zutun. Ich gehe jetzt davon aus, dass der/die Casual-Gamer/in – welcher mit 30 FPS zufrieden wäre – allgemein nicht soviel Geld für all diese Teile ausgeben möchte während der/die anspruchsvollere Gamer/in das Geld vielleicht ausgeben würde, aber dann den Anspruch von 60 FPS hätte.

Steam Machines

steam machines - Steam UniverseDiese hübschen Maschinen sollten den in Computer eher unversierten Leuten den Einstieg in das Gamer-Leben massiv erleichtern, da sie mit dem SteamOS und einem Controller praktisch schon beim Auspacken Game-ready sind. Nur tun sie das momentan überhaupt nicht.

Das Problem ist, dass es soviele verschiedene Hersteller gibt mit x-beliebigen Konfigurationen und Preisspannen von 460$ bis 5000$. Jeder Hersteller bietet verschiedene Modelle an, die Konfigurationen sind minimalistisch und oft fehlen einfach essentielle Informationen, wie zum Beispiel welche Grafikkarte in der Maschine steckt. Beispiel anhand der Alienware Steam Machine. Sie bieten vier Modelle an, welche alle sehr intuitiv Modell A, B, C und D heissen. Alle vier Modelle haben eine nVidia GTX mit 2GB GDDR5. Nur steht bei keiner um welches Modell der GTX es sich handelt. Bei keinem Modell gibt es die Variante von SSD-Speicher, sondern nur die langsameren HDDs. Die Zielgruppe weiss sehr wahrscheinlich nicht, worin hier der Unterschied besteht und weiss auch nicht, dass es viele Nvidia GTX Versionen gibt. Was dem ganzen System fehlt, ist eine einheitliche, einfache Gruppiering im Stile von „Low Performance, Medium Performance and High Performance“. Somit weiss auch jeder potentielle Kunde, nach was er Ausschau halten muss.

Ein weiteres benötigtes Feature wären Benchmarks für alle Maschinen. Da man die exakten Specs weiss, wäre das auch kein Problem. Man müsste dann aber auch die Benchmark dann konsequent updaten, sobald neue Spiele erscheinen – also jeden Tag *hust* Valve pls *hust*.

Dies zusammen mit dem einfachen Rating-System würde es dem Kunden viel mehr vereinfachen, das richtige Produkt auszuwählen. Momentan ist es sehr unübersichtlich und verwirrend, wenn man keine oder nur wenig Ahnung von Computerkomponenten hat.

SteamVR

steamvr - Steam UniverseAuch Valve mischt nun im VR-Markt mit, zusammen mit dem Handyhersteller HTC. Valve/HTC setzt auf eine Brille, welche mit einem Controller pro Hand unterstützt wird. Zusätzlich dazu, besitzt SteamVR ein System, welches diese Geräte im Raum orten kann. Occulus Rift zum Beispiel setzt nur auf eine Brille. Auf der Steamseite von SteamVR wird eine Präzisionsortung von Mikrometern und Millisekunden versprochen. Die beiden drahtlosen Controller bestehen aus den Trackpads, welche auch auf dem Steam Controller zu finden sind. Das Ortungssystem besteht aus zwei Basisstationen, welche in zwei gegenüberliegenden Ecken platziert werden müssen. Die API der Software wird kostenfrei nutzbar sein und es wird auch eine Version ohne Steam erhältlich sein (Valve erwähnt nicht, dass diese auch kostenlos sein wird). Die ersten Entwicklerversionen werden schon diesen Frühling erscheinen.

Während Occulus Rift mit einfach einer Brille auskommt, setzt man im Teamhaus Valve/HTC auf ein mehrteiliges Set, das Platz braucht und zum sich bewegen ermuntert. Dies setzt aber voraus, dass man einen Raum hat, der dies auch zu unterstützen vermag. Ich sehe schon Leute im Wohnzimmer mit dem SteamVR herumwandern, nur um dann in den massiven PlasmaTV zu stolpern und grossen Sachschaden zu verursachen.

Alles zusammen ergibt eine Kombination von Endgeräten und Software, welche das ultimative Spieleerlebnis im Wohnzimmer bieten können. Soweit die Theorie. Nun heisst es abwarten und Tee trinken, bis diese Geräte verfügbar sind, getestet werden und ob sie dann auch wirklich das halten, was Valve uns hier verspricht.

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2 Kommentare

  1. Thema: Steam Machines

    Deswegen werde ich beim PC bleiben. Da weiss ich was drin ist und kann, wenn nötig, was besseres reinbauen. Keine SSD in den Steam Machines? Das ist so gar nicht innovativ.
    Nvidia GTX? Ist ja nicht so als ob es (grob geschätzt) über 50 verschiedene GTX’s gibt. Sehr schwach.

  2. Es gibt sehr viele verschiedene Steam machines. Alienware hat zurzeit noch keine Angaben zur Graka drin. Gut, das Teil kommt auch erst in über einem halben Jahr auf den Markt. Ich nehme stark an, dass bis dann genauere Angaben kommen werden.
    SSD: Schau mal im Steam Store nach, es gibt durchaus auch Steam machines mit SSD. ([url]http://store.steampowered.com/app/353510/[/url]) Oder SSHD ([url]http://store.steampowered.com/app/353400/[/url])