Phoenix – Die Stadt des Feuervogels

Minecraft Stadtchroniken

Wut und Kreativität

Wir erinnern uns zurück: Der 15. Dezember 2013. An diesem Abend kochten die Gemüter. Der Ursprung war eine Entscheidung der Spielleitung, welche im Nachhinein jeder als sinnvoll erachten würde (an dieser Stelle ein kurzes Entschuldigung an Plexon, Lordsimsen und Boarder, welche damals unter anderem auch meinen Shitstorm ertragen mussten). SwissSMP.ch sollte endlich sein Update auf Minecraft 1.7 erhalten.

Doch wie konnte man all die neuen Features in unseren Minecraft Server integrieren? Die Lösung war eigentlich simpel: wir mussten unsere Kioskwelt Valora verlassen und uns wohl oder übel in das Land geschaffen von Tolkiens‘ Engel, Valinor, begeben. Schliesslich blieb uns trotz unserem anfänglichen Widerwillen nichts übrig, als die Koffer zu packen.

So geschah es, dass wir uns noch am selben Abend (dem 15.12. zur Erinnerung) zu einem spontanen Meeting im Teamspeak trafen und dort besprachen wir in den nächsten Stunden, Tagen und Wochen bis hin zur Umsiedlung, was wir denn genau in der neuen Welt machen wollten. Es sollte ein Kontrast im Vergleich zu Shiro werden, also nichts asiatisches, sondern europäisch, am besten Englisch und Fantasy sollte es auch beinhalten. Kurz darauf stand auch schon ein Name: Phoenix soll die neue Stadt heissen. Sie soll sich wie neu aus der Asche von Shiro erheben, grösser und prunkvoller als je zuvor. Geleitet soll die Stadt von den vier Archons werden, den ehemals wichtigsten Köpfen von Shiro: Detig_iii, Knochentroke, fangjing und mir selbst.

Bis zum Zeitpunkt unseres Aufbruchs am 21.12.2013 nach Valinor hatten sich bereits mehrere weitere aktive SwissSMPler uns angeschlossen. Unter ihnen auch Altveteran bloodyBurzi, Toparchitekt Nymuz und Höhlenbewohner traxasss (der Redstonetüftler). Motiviert brachen wir nach dem Spawn sofort auf. Rückblickend waren diese ersten Stunden Minecraft in der neuen Welt vermutlich die coolsten, welche ich je auf diesem Minecraft Server erleben durfte. Der Server war schlicht und ergreifend voll. Überallhin strömten die Spieler auf der Suche nach guten Bauplätzen, die Stimmung war euphorisch-fröhlich. Von den anfänglichen Bedenken, ob ein Neuanfang der Welt eine gute Idee wäre, spürte man jetzt nichts mehr. Vielen Dank für diese tolle Erfahrung.

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Die Erste Karte von Phoenix. Aufgenommen am 22.12.2013.

 

Die Stadt gründet auf Enthusiasmus

Nach kürzester Zeit hatten wir einen Platz für Phoenix gefunden. Wir errichteten den Kern der Stadt bei den Koordinaten -3000/0, dem heutigen Schlossplatz. Und sofort wurden die Aufgaben verteilt. Während ein paar sich sofort in den Untergrund verzogen, erkundeten andere die Umgebung und steckten die (noch heute gültigen) Grenzen ab und eine dritte Gruppe suchte nach dem Mesabiom. Wir wussten, dass es eines geben musste und es war wichtig, dass wir so schnell wie möglich an die heiss begehrten Clayblöcke kamen. Zeitgleich begann ich schon einmal mit der grundlegenden Bauarbeiten. Da sich das Gebiet von Phoenix im Kern auf einem Waldbiom befindet, hiess das zuallererst einmal Bäume fällen.

Zeitgleich wurden erste Pläne gemacht, wie die Stadt später auszusehen hat. Da noch keine Livemap aufgeschaltet war, erschufen wir uns eine InGame-Map, welche uns für erste Planungen zu Hilfe stand. Nach kurzer Zeit entschlossen wir uns dafür eine Art Podest zu bauen, auf welchem sich dann das Schloss von Phoenix befinden soll. Zwischen diesem Punkt und den östlichen Bergen soll danach dann der wichtigste Stadtteil entstehen: der Amtsadel und der Blutsadel. Binnen kürzester Zeit errichteten wir einen kleinen Akromatempel, ein Lager und das Rathaus, womit wir die Grundlage für unsere Siedlung als erste in Valinor erfüllten.

Doch bereits kurz nach der Gründung der Stadt kamen Probleme auf. Dadurch, dass die Stadt von mehreren Personen mit teils unterschiedlichen Interessen geleitet wurden, war die Kommunikation teilweise sehr erschwert möglich. So dauerte es nicht lange bis die Bürger der Stadt sachte an die Türen des neuen Rathauses klopften und verwirrt fragten, wem sie denn jetzt die Treue schwören sollen? Nach kurzer Beratung wurde detig_iii als Alleinherrscher gewählt, jedoch mit zwei Beratern an seiner Seite: Knochentroke als seine rechte Hand, die „Ihm eine geben soll, sobald detig_iii wieder einmal über die Stränge schlägt”; und mich selbst als seine linke, um ihm beratend zu Hilfe zu stehen. So geführt konnte dem Aufstieg von Phoenix nichts mehr im Wege stehen.

Blick auf den Bahnhof von Phoenix.

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The Golden Age

Die nachfolgenden Monate würde ich als die glorreiche Zeit von Phoenix betiteln. Bis zum Monat März konnte man beinahe täglich zuschauen, wie die Stadt aus dem Boden schoss. Altbewährte motivierte Spieler halfen ebenso mit wie Neuzugänge. Die wichtigsten Arbeitskräfte dieser Zeit müssen an dieser Stelle genannt werden: FlipTopGun und Inside. Beide erreichten während ihrer Onlinezeiten unglaubliches und halfen die Stadt bis März auf ein Niveau zu bringen, welches tatsächlich dem Begriff Stadt würdig war. In diese Zeit fällt der Bau des ersten Minecartbahnhofs einer Stadt, der Bau mehrerer Farmen (sowohl XP- als auch Getreidefarmen), der Bau der ersten Mauerabschnitte und die Aushebung des Hafenbeckens, sowie der Anlegung der charakteristischen Kanäle durch die Stadt.

Abgeschlossen wurde diese erste erfolgreiche Bauphase dann mit dem Bau des Schlosses von Phoenix, welches bis heute eines der eindrucksvollsten Gebäude auf dem gesamten Minecraft Server bleibt. Insbesondere die detaillierte Innenarchitektur bleibt eines der grossen Highlights des Baus. Um dem Ganzen dann auch noch ein Sahnehäubchen aufzusetzen, wurde der gesamte Bau per Timelapse aufgezeichnet und schliesslich als Video auf SwissSMP.ch veröffentlicht (siehe unten). Zudem schloss sich die zuvor unabhängige Siedlung Vallesia im Westen von Phoenix uns an und wurde der bis dato grösste Aussenposten, welcher je auf SwissSMP.ch existierte.

Nach dieser ersten erfolgreichen Bauphase wurde es scheinbar ruhig um die Stadt. Viele ehemals aktive Bürger hatten entweder keine Lust mehr auf Minecraft oder wechselten zum Minecraft Modserver. Doch gleichzeitig wuchs die Stadt weiter, zwar vorerst nicht so pompös, denn was konnte schon das Schloss toppen? Doch die Stadt expandierte ständig, oft vorangetrieben durch das nur noch als Duo angepriesene Flipinside Tagteam. Gleichzeitig wurde im Hintergrund fleissig weiter geplant. Es entstand schnell beinahe eine Art von Fliessbandproduktion. Während die einen noch ein Gebäude bauten, wurde bereits ein neues geplant.

Während dieser Fliessbandarbeit entstanden noch vor den letztjährigen Sommerferien viele kleinere und grössere Projekte. Während die Bebauung der Insel Manhatten wahrscheinlich das flächenmässig grösste Projekt darstellte, war es doch wieder ein Werk von detig_iii, welches in dieser Zeit strahlte. Innerhalb von nicht einmal drei Wochen entstand die Kathedrale von Phoenix, welche fortan den alten (ohnehin in das Schloss integrierten) Akromatempel ersetzte. Gleichzeitig wurde Knochentroke auf der anderen Seite der Stadt aktiv und zog in einer ersten Bauphase einen Teil seiner Festung Kryophoenix hoch. Phoenix besass ab diesem Zeitpunkt drei der beeindruckendsten Wahrzeichen auf ganz Valinor.

Video zur Erstellung des Schlosses von Phoenix.

 

Eine Stadt sie zu knechten

Während dieser Zeit geschahen auch sehr viele architektonische Schlampereien. Sehr viele Gebäude bekamen aufgrund von Unlust oder Zeitmangel schlicht keine Inneneinrichtungen. Zudem wurde das Strassendesign komplett verändert und ist bis zu diesem Tag noch nicht überall verbessert worden. Zu guter Letzt stauten sich immer mehr geplante, aber nie errichtete Gebäude an, denn es waren schlicht nicht genug Leute auf dem Minecraft Server um alle Pläne in die Tat umzusetzen. Zudem wurden immer häufiger bestehende Gebäude durch grössere ersetzt, was der Motivation der Bautrupps nicht wirklich gut tat. All dies führte schliesslich zu einer Stagnation des Städtewachstums von Phoenix im Sommer letzten Jahres. Viele der ursprünglichen Mitglieder verliessen die Stadt (freiwillig oder auf Grund von Inaktivität) und so wurde Phoenix nach und nach von Geistern besetzt.

Doch detig_iii gab nicht auf, er wollte die Stadt weitertreiben, er wollte es endlich schaffen eine Stadt bis zum Status Metropole zu bringen. Und so begann er wieder unermüdlich weiterzubauen, mitzuhelfen, zu ermutigen und andere zu motivieren. Er rekrutierte neue Leute um wieder frischen Wind in die Stadt zu bringen. Das Resultat konnte sich sehen lassen: Innerhalb der nächsten zwei Monate brachte er Phoenix auf das Niveau Grossstadt. Wir besassen nun einen Schachpalast und eine Arena in Form eine Blumenblüte. Phoenix war bereit für den Aufstieg, SwissSMP.ch jedoch nicht. Lange Zeit wurde Phoenix der Aufstieg zur Grossstadt verwehrt, da die Plugins dafür noch nicht ausgereift waren. Erst auf mehrfaches Drängen konnte detig_iii die Spielleitung davon überzeugen, dass wir auch einfach aus Prestigegründen aufsteigen wollten. Deshalb wurde Phoenix dann schliesslich am 08. Februar offiziell zur ersten Grossstadt Valinors erhoben.

Danach jedoch wurde es still um die Stadt. Von allen Seiten wurde die Stadt vernachlässigt. Die meisten, ehemals fleissigen Bürger, waren entflohen. So fehlen beim heutigen Stand viele der wichtigsten Namen in der Bürgerliste. Knochentroke, fangjing und Fliptopgun, einige der wichtigsten Erbauer der Stadt wurden alle auf Grund von Inaktivität von der Liste gestrichen. Von den ehemals über zwanzig Bürgern sind nur noch elf übrig. Die, die noch dabei sind, werden auch selten gesehen. Beyi, Padu_Iff und Inside, alles wichtige Bürger während verschiedener Bauphasen von Phoenix sind kaum online. Auch ich selbst sehe mich nur selten auf dem Minecraft Server rumtollen. Selbst detig_iii hat seine eigene Stadt wohl vorerst vergessen, so kümmert er sich nun vornehmlich als Ressortleiter um die Spawnstadt.

Aber Phoenix ist nicht umsonst die Stadt, welche aus der Asche emporsteigt. Wir kehren zurück um den letzten Schritt zu wagen. Nicht umsonst haben wir bereits grössere Katakomben, einen grösseren Stadtplatz mit grösserem Rathaus und ein weiteres Wahrzeichen geplant. Nicht umsonst wollen wir uns ein Meer sprengen und nicht ohne Grund sind wir weiterhin davon überzeugt, dass wir die erste Metropole von SwissSMP.ch sein werden.

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Blick nach Westen auf die Stadt Phoenix (nachts) von der Festung Kryo aus gesehen.

 

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3 Kommentare

  1. Sehr schön geschriebene Chroniken :dhoch: Ich kann jetzt umso mehr nachvollziehen, wieviel Fleiss und Schweiss und welche Kultur in der Stadt steckt und ebenso in diesen Chroniken. Habe sie gerne gelesen. Vielen Dank. Vielen Dank auch an alle an Phoenix Beteiligten Spieler und natürlich auch die Spielleitung, die solche Städte und Chroniken durch die Serverbasisstruktur und dem Städtesystem erst ermöglichen.