Mit Faeria bietet uns Abrakam ein weiteres Online Card Game im Stile von Hearthstone. Die berechtigte Frage ist jedoch: Unterscheidet Faeria sich vom Genre Dominator und bringt es neue Elemente und Ideen mit sich? Die Antwort ist ein klares JA!

Spielprinzip

Ähnlich zu Magic The Gathering gibt es Farben, in welcher ein gewisser Kartentypus und Spielweise zugeordnet werden kann. Rot (Gebirge) ist die Farbe von “Burn” und direktem Schaden. Grün (Wald)  ist die Farbe der Natur, der grossen und mächtigen Kreaturen und Buffs. Gelb (Ebene) setzt auf schnelle Kreaturen und blau (Insel) spielt mit vielen Zaubern und Kreaturen, die Springen können. Daneben gibt es noch die neutralen Kreaturen, welche keine spezielle Farbe benötigen. Im Gegensatz zu Hearthstone, wo man charakterspezifische Karten spielen kann, darf man in Faeria, wie in Magic The Gathering, die Farben frei kombinieren, wie man möchte. Man kann also Mono, Zwei-, Drei-. oder Vierfarbig spielen.

Faeria game - Faeria

Das Spiel startet mit 3 Handkarten deines 30 Kartendecks, welche man nochmals ziehen kann. Der zweite Spieler bekommt eine sogenannte “Explore”-Karte, welche 2 Faeria produziert und ein neutrales Land auf dem Spielfeld platziert, darf dafür keine Karte ziehen. Faeria ist die Währung, welche benutzt wird, um Karten zu spielen. Jede Runde werden 3 Faeria generiert. Auf dem Spielfeld gibt es noch 4 Faeriabrunnen, welche durch platzieren einer Kreatur daneben für jeweils 1 Faeria mehr geerntet werden können. Als Spieler hat man jede Runde eine Reihe von Fähigkeiten zur Auswahl: Man kann eine Karte mehr ziehen, ein Faeria zusätzlich generieren, ein Land in einer spezifischen Farbe oder 2 neutrale Länder platzieren. Das Platzieren der Länder ist vor allem am Anfang eines Matches wichtig, da man so schnell zum Gegner vordringen, die Faeriabrunnen sichern und die nötigen Farben für stärkere Kreaturen oder Zauber platzieren kann. Kreaturen können nur auf den eigenen Ländern manifestiert werden und farbige Kreaturen müssen zwingend auf ihrer spezifischen Farbe platziert werden (es gibt aber Gebäude oder Mechaniken, die das umgehen können). Generell kann man Faeria hiermit schon ein Lob aussprechen: Im Gegensatz zu Hearthstone gibt es keine “toten Züge”, in denen man absolut nichts sinnvolles machen kann. Nocheinmal eine Karte ziehen oder für die nächste Runde ein Faeria mehr zu generieren, kann einem sehr viele Vorteile verschaffen.

Bereits hier kristallisieren sich verschiedene Strategien heraus: Durch schnelles platzieren von Ländern gerade auf den Gegner hinzu, kann man Kreaturen näher beim Spieler herbeirufen und ihn oder sie unter Druck setzen, eine aggressive Strategie also. Oder man setzt auf die Faeriabrunnen und baut eine solide Verteidigung auf, welches dann auf eine Langzeitstrategie hinauszielt. Dazwischen gibt es vielerlei Mischungen, je nachdem, welche Starthand man zieht. Die Landplatzierung kann oder muss auch auf den Gegner angepasst werden, denn platziert der Gegner Länder nahe bei deinem Avatar, kann er dort Kreaturen herbeirufen, welche dich in einem Zug gleich angreifen können. Dies ist auch die Win-Kondition: den gegnerischen Avatar von 20 Lebenspunkten auf 0 zu bringen (man kann nie mehr als 20 Lebenspunkte haben).

faeria card - Faeria

Nebst Kreaturen kann man Evens und Gebäude/Strukturen spielen. Kreaturen können Fähigkeiten haben, welche beim Beschwören, beim Kämpfen, beim Sterben oder wenn eine andere bestimmte Kreatur das Schlachtfeld betritt, einen Effekt auslösen. Evens beinhalten Buffs, Schadensverteilung oder Heilung, Karten ziehen und andere spezifische Fähigkeiten wie zum Beispiel ein Land verschieben. Strukturen sind statische Spielsteine, welche oft einen Produktionseffekt zu Beginn der Runde oder eine aktivierbare Fähigkeit besitzen.

Alle Karten besitzen eine Rarität. Hiermit kommt der Sammelkartenaspekt in Faeria zum Zug. Logischerweise sind mythische Karten besser als häufige Karten und auch nicht so oft erwerbbar. Wie Hearthstone kann man seine verfügbaren Karten zerstören, um dann mit den generierten Splitter gewünschte Karten zu craften. Karten bekommt man in Kisten (Surprise!), welche man für 1000 Goldmünzen oder 250 Gems kaufen kann. Goldmünzen ist die freie Währung, welche man für das Erledigen von täglichen Missionen, Quests, gewonnene Matches und tägliches Einloggen bekommt. Die Gems muss man kaufen.

faeria treasure - Faeria

Spielmodi

Es gibt den ganz normalen Spieler gegen Spieler Modus mit Ranking, Casual und Practice Kategorien und funktioniert genau so, wie man es erwarten würde. Daneben gibt es den Singleplayer Content, in dem man momentan ca. 80 Puzzles und Missionen gegen Computer bekommt. Diese sind in Pakete von jeweils 9 Spiele unterteilt, welche man mit Gold oder Gems kaufen kann. Durch das Spielen der Missionen bekommt man ebenfalls Gold und Kartenkisten. Es empfiehlt sich sehr stark, diese zuerst durchzuspielen, da man darin sehr viele Mechaniken und Tricks von der richtigen Reihenfolge von Spielzügen kennenlernt.

Anstatt des Tavernbrawls von Hearthstone gibt es den Pandora Run Modus, der eigentlich genau gleich funktioniert: Man bekommt 30 x 5 Karten zur Auswahl und muss sich so ein Deck zusammendraften. Jeweils eine Farbe ist aber blockiert pro Run. Alle 10 Karten gibt es noch 3 Schatzkarten, welch exklusiv für diesen Modus wählbar sind und sehr starke Fähigkeiten haben. Im Pandora Run werden nämlich Pandorakarten in das Deck gemischt und sobald 5 gezogen wurden, aktiviert Pandora: Die Faeriabrunnen sind leer und man bekommt statt 3 ganze 6 Faeria jede Runde und die Schatzkarten können gezogen werden (man bekommt eine bei Pandora’s Aktivierung). Dies erlaubt einem, nun viele teure Karten zu spielen, was im normalen Modus nur schwer möglich ist. Fairness ist in diesem Modus nicht mehr so gross geschrieben, dafür kann man auch lustige Kombos und starke Viecher spielen.

Businessmodell

Das Gute schon vorab: Man kann keine Karten direkt mit Geld kaufen und sich so einen Vorteil erkaufen. Hat man zuviel Geld, könnte man sehr viele Kartenkisten mit jeweils 5 Karten kaufen und diese alle entzaubern, um damit die starken Karten zu erzeugen. Dies ist aber eine Strategie, welche sich überhaupt nicht lohnt. Meine Erfahrung bis jetzt ist, dass das Businessmodell sehr fair ist. Ich habe nun 50 Stunden in das Spiel investiert und 10 Franken für Gems und 25 Franken für die Erweiterung im Sommer (mehr dazu später) ausgegeben.

faeria chest - Faeria

Bevor ich die Gems gekauft habe, konnte ich durch die täglichen Missionen mit dem Spielen von 2-3 Matches meistens eine Kiste alle 2-3 Tage herausholen. Durch das Einloggen, kann man auch Gems bekommen, so exklusiv ist diese Währung dann auch wieder nicht. Also kann man in der Theorie auch alle kosmetischen Items, welche nur mit Gems kaufbar sind, auch durch das Gratisspielen bekommen. Die “Dropchance” auf legendäre Kreaturen ist gar nicht einmal so niedrig, wie man denkt. Ich habe nun schon einige davon bekommen (Im Deck darf man nur eine Kopie einer Legendären Kreatur spielen), im Schnitt schätze ich, dass bei mir jede 15te oder 20te Kiste eine abgeworfen hat. Ausserdem bekommt man durch das Fertigspielen des Singleplayercontent (Missionen und Puzzles) auch noch eine legendäre Kreatur. Ich habe absolut nichts am Businessmodell auszusetzen.

Matchmaking, Ranking und Esports

Abrakam bietet einen hauseigenen, monatlichen Cup mit einem Preisgeld von 3000 USD an. Jeweils 32 Spieler können dort teilnehmen, welche entweder eingeladen, durch Qualifyiers oder gutem Ranking im Matchmaking Zutritt erlangen. Um immer auf dem neusten Stand der Metadecks zu sein, gibt es auch eine Webseite für Faeria Decks, Guides und weiteren Artikeln. Die Seite ist Teil der offiziellen Faeria Webseite und übersichtlich gestaltet, alle Informationen sind somit von der offiziellen Seite erhältlich, was mir sehr gut gefällt.

faeria decks - Faeria

Das Ranking besteht aus Stufen wie in Hearthstone, nur reichen diese von Level 25 bis 1, jeweils unterteilt in Unterstufen mit Sternen. Für stärker gerankte Gegner erhält man mehr Sterne, oder z.B. für den ersten Sieg des Tages bekommt man auch einen Extrastern. Fortschritt im Ranked Modus geschieht daher recht zügig und ich bin in 4 oder 5 Matches auf Level 20 gestiegen. Was die Ranked-Erfahrung auch angenehmer macht, ist dass man nur mit einigen Emotes kommunizieren kann. Niemand wird dich zuspammen oder beleidigen.

Updates und Content

Gerade lief der Vorverkauf zu einer Erweiterung namens “The Adventure Pouch” aus, welche neue Karten mit neuen Fähigkeiten, 2-Spielermodus mit Kampagne und Weltbosse in das Spiel bringen wird. Dies ist zugleich ein sehr interessanter Gamemodus, welcher sich von vielen anderen online TCG’s abheben kann. Zu zweit kann das Spiel u.U. noch viel mehr Spass machen. Ähnlich zu Magic the Gatherings Two Headed Giant Spielmodus verspreche ich mir hier auch eine grossartige Unterhaltung, vor allem im Kampf gegen speziell designte Weltenbosse, die man für epischen Loot bezwingen kann (auch im Solomodus spielbar).

Nebst diesen grösseren Updates gibt es regelmässige Updates mit neuen Karten und Balancing Patches, welche das Meta verändern sollen.

faeria adventure pouch - Faeria

Fazit

Faeria ist eine tolle Mischung aus Magic The Gathering von den Farben her und Hearthstone, hat aber im Gegensatz zum Letzteren den grossen Vorteil, dass es nie tote Züge gibt. Ein grosser Unterschied ist auch der Turn Based Strategy Aspekt, bei dem man seine Länder platzieren muss, um Kreaturen zu beschwören. Durch regelmässige Updates und Erweiterungen (vor allem Coop und Weltbosse im Sommer), erwarte ich eine Langlebigkeit und aufrechterhaltene Unterhaltsamkeit von Faeria. Hinzukommt ein wundervoller Artstil, welcher ich immer wieder gerne bestaune, und sei es nur wenn ich im Menübildschirm vor mich hin idle.

 

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2 Kommentare

  1. Vielen Dank für die sehr interessante und hilfreiche Review!

    Das Spiel muss ich halt selbst noch ausprobieren, aber die Grafik ist meines Erachtens schon viel versprechend. Ich werde mir das Game mal bei Steam ansehen (sobald ich dazu komme).

  2. oceanografic

    Vielen Dank für die sehr interessante und hilfreiche Review!

    Das Spiel muss ich halt selbst noch ausprobieren, aber die Grafik ist meines Erachtens schon viel versprechend. Ich werde mir das Game mal bei Steam ansehen (sobald ich dazu komme).

    Du könntest mich als Recruiter beim Account erstellen angeben, dann bekommen wir beide Kartenkisten, wenn du gewisse Level erreichst. Und für die Co-op Abenteuer bräuchte ich auch noch wen. 😉