E3 Ubisoft Konferenz

Open World Radio Tower Fetish confirmed?

Seufz, kommen wir zur Ubisoft. Nach der PC Gaming Show war das eine richtige 180°-Wendung in Authentizität und Glaubwürdigkeit. Als ich eingeschaltet habe, sah ich als Tiere kostümierte Tänzer, welche zu Queen irgendwie rumhampelten und versuchten für Just Dance 2017 Werbung zu machen, ohne dabei eine einzige Sekunde Gameplay oder sonstige Footage zu zeigen.


Und es hörte einfach nicht auf. Es war auf seine eigene Art noch recht amüsant, aber sicher nicht auf die Art, die Ubisoft sich erhofft hat. Mit Aisha Tyler hat man sich ausserdem noch eine Komikerin als Sprecherin ausgesucht, welche mit Witzen und Sprüchen durch die Show führte, damit die E3 Ubisoft Konferenz nicht total Müll wird. Sie hat mir mässig gut gefallen, da auch hier alles viel zu sehr einstudiert und abgeleiert wurde, aber man hätte auch viel schlimmere Leute buchen können… Nach dem Just Dance Tanzgedöhns wurde eine kurze Ansprache für die Opfer vom Nachtklubattentat am Wochenende gehalten. Das ist an und für sich eine löbliche Idee, nur dass man sie gleich nach dem fröhlichen Getanze abhielt, ist ein wenig fragwürdig. Ebenfalls fragwürdig ist, warum man gleich nach der Ansprache den Trailer zu Tom Clancy‘s Ghost Recon Wildlands zeigt, bei dem es von den ersten Sekunden an ums Töten, Drogen und Gewalt geht. Das hätte man besser platzieren müssen!

Tom Clancy’s Ghost Recon: Wildlands

Es ist Ubisoft. Es ist Open World. Es wird sicherlich Watch/Radio Towers haben. Im Multiplayermodus mit 4 Spielern kann man in einem Staat, welcher komplett durch die Drogenmafia kontrolliert wird, Jagd auf Drogenbosse machen und es dabei richtig Krachen lassen. Dass dabei „Ghost Recon“ im Spieltitel steht, scheint Ubisoft gewissentlich zu ignorieren. Viel von Stealth und im verborgenen Operieren hat das Spiel nicht mehr. Zu Beginn des Gameplay Trailers sieht man zwar, wie man mit dem magischen „Silencer“ auf dem Gewehr Leute erschiessen kann, ohne dass dies andere bemerken, aber a) es gibt keinen so starken Schalldämpfer auf der Welt und b) sind das irgendwie langweilige Stealthmechaniken, wenn man einfach Leute erschiesst, ohne dass es irgendwer, irgendwann, irgendwo bemerkt. Fühlt sich für mich ein wenig wie cheaten an. Gleich danach gibt’s Helikopter Verfolgungsjagden, grosse Schiessereien in Dörfern und alles scheint zu explodieren und drunter und drüber zu gehen. Just Cause 2: Tom Clancy’s Micheal Bay Edition ist das. Sicherlich spassig, da einfach rumzuballern mit Kollegen. Aber sonst…?

South Park: The Fractured But Whole

Der Titel. Well played. Diesmal handelt das South Park Spiel um Superhelden und macht sich logischerweise über Marvel und DC Comics lustig. Das Kampfsystem wurde stark überarbeitet, man hat mehr Mobilität, überstarke Attacken, welche ebenso kurios, wie auch verwirrend sind und die Dialoge sind einfach nur Top Notch! Auch ich, als mässiger Durchschnittsfan von South Park, fand die Präsentation und Thematik sehr gelungen. Das Spielprinzip selbst ist nicht so mein Bier, aber das wäre eines der ersten Spiele, bei denen ich für die Story und die Dialoge eine Ausnahme machen würde! Definitiv im Auge behalten!

Star Trek Bridge Crew

Ob Star Trek Fan oder nicht: Wenn man mit VR auf der Brücke eines Raumschiffs vor blinkenden Kontrollgeräten steht oder sitzt und diese mit seinen Freunden bedienen muss, um nicht von anderen Schiffen abgeschossen zu werden, ist das doch DAS Gameerlebnis, das man sich momentan vorstellen kann. In Star Trek Bridge Crew übernimmt man eine Funktion auf der Brücke und muss mit anderen Spielern kommunizieren, um das Schiff am Leben zu halten und zu navigieren. Der einzige Nachteil an der Idee: Man muss 4 VR Sets herumliegen haben, falls es kein Onlineplay gibt. Die wenigsten von uns haben schon nur 1 VR Set zu Hause, geschweige denn 4 Stück davon.

For Honor

Wikinger, Ritter und Samurai. Alle drei geben sich auf den Deckel in For Honor, einem Nahkampf-basierten Thirdperson Hack n‘ Slash, welches mich an Dynasty Warriors erinnert. For Honor besitzt laut Trailer ein Blocksystem, bei dem man den rechten Analogstick in eine von drei Richtungen drücken muss, um eine Attacke aus dieser Richtung zu blocken (welche angezeigt wird). Über die Attacken selbst wurde nicht viel gezeigt, es scheint aber verschiedene Arten davon zu geben. Die Thematik und das Aussehen des Spieles sind recht interessant und faszinierend, die Ausführung überzeugt mich alleine vom Gameplay Trailer aber noch lange nicht, denn das Kampfsystem erscheint mir nicht sehr tief greifend. For Honor soll Multi- und Singleplayer anbieten.

Steep

Product placement: The Game. In einer Alpenlandschaft mit realen Bergen wie Mt. Blanc und dem Matterhorn kann man sich als Möchtegernextremsportler mit Freunden den Hang runterwerfen. Dabei wählt man zwischen Wingsuit, Paraglider, Ski oder Snowboard aus, mit denen man diverse Tricks und Stunts ausführt. Jede Route wird gespeichert und erlaubt es, Replays anzuschauen, Edits zu machen und seine Routen mit Freunden zu teilen. Der Sinn vom Multiplayer ist nicht klar, denn es gibt im Trailer null Interaktionen mit den anderen Spielern. Das einzig lustige ist, zuzusehen, wie sie Unfälle haben und sich dann überschlagen. Auch ist die Werbung von Firmen allzeit präsent zB. Steht gross GoPro auf der Rückseite des Wingsuits, auch kann man „GoPro Blickwinkel“ beim Steuern der Spielfigur auswählen. Der Sinn des Spiels ist mir noch nicht offensichtlich, da es weder Innovationen bringt, noch das Spielprinzip besonders originell oder gut umsetzt, dafür mit mehr oder weniger nötigen Features auf nicht vorhandene Multiplayerinteraktionen setzt. Dasselbe Spiel gibt es bereits in Form von SSX oder Shaun White’s Snowboarding.

Weitere Spiele, welche präsentiert wurden, waren natürlich Watch Dogs 2, welches vermutlich genau gleich enttäuschend wird, wie der erste Titel. Ebenfalls gezeigt wurde Grow Up, ein kleines aber feines Spielchen, welches sehr nach Indie aussieht und vermutlich die Indie-freundlichkeit von Ubisoft zeigen sollte. Der Assassin’s Creed Film wurde uns ebenfalls auch wieder gezeigt. Allgemein kann man feststellen, dass die Ubisoft Spiele alle zu Open World Spiele werden, welche irgendeine Art von Turm haben, welchen man erklimmen muss, um die Karten aufzudecken (oder Ähnliches). Hat Ubisoft ein Open World Radiotower Fetisch? Die E3 Ubisoft Konferenz war nicht umwerfend, was ich aber auch nicht erwartet habe, sie hätte aber weniger PR-like und mehr “freundlich” sein können. Kurz: Wer sie nicht gesehen hat, hat nichts verpasst.

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5 Kommentare

  1. cyberschn1tzel

    Freut mich, hier wieder mal einen solch positiven Artikel zu lesen!

  2. Also, ich freue mich unglaublich auf Steep!

    Ich warte schon lange auf einen würdigen Nachvolger zu SSX oder eben Shaun White's Snowbording.

    Ich finde auch das Spiel sieht echt spannend aus. Gut bei so viel Schnee kann man auch nicht anders, aber ich hoffe einfach, dass das Spiel wirklich so cool wird wie damals die SSX Spiele.

    Allerdings habe ich ein wenig angst, wie gut das einzelne Gampeplay wirklich wird, vor allem bei so vielen verschiedenen Sportarten, bleiben da die einzelnen Finessen nicht ein wenig aus…

    Auf jeden fall bin ich extrem gespannt auf weitere Infos. Habe nich natürlich sofort zur Beta angemeldet:razz:

  3. Shaun's Snowboarding Spiel habe ich ebenfalls sehr genossen! Was in Steep jetzt noch nicht ersichtlich wurde, sind all die Parkelemente für Ski und Snowboard wie Ledges, Boxen und Rails oder Kickers. Auch bin ich gespannt, wie man die Tricks ausführt.

  4. Stimmt, aber ich bin auch eher auf das freie Ski fahren aus.

    Aber ich habe mir gerade den gamply Trailer angeschaut. Dort sieht mir das aber alles noch nicht so spassig aus. Vor allem die Extrem matschigen Texturen der gesteine haben mich ein wenig abgeschreckt:drunter:. Auch sah die Steuerung sehr unrealistisch aus.

    Das ganze sieht ein wenig nach The Crew mit schnee aus. Im guten und im schlechten.

    In so einem Fall hilft nur warten und Tee trinken, bis es soweit ist.

    Hier ist noch der Gameplay Trailer: