Dr. Langeskov, The Tiger and The Terribly Cursed Emerald: A Whirlwind Heist

Ein Gratisspiel von den Stanley Parable Machern

Tiger sehen und sterben

Als neu gegründete Firma hat man es anfangs schwer. Man kämpft sich durch den Bürokratie-Dschungel, versucht so viele Kunden wie möglich auf seine Produkte aufmerksam zu machen und gleichzeitig seinen Arbeitnehmern den Arbeitsalltag nicht zu hektisch zu gestalten. Meistens gelingen diese Dinge nicht so ganz und das kleine Unternehmen fällt ins Chaos. Ähnliche Vorstellungen könnten wohl im Kopf des Designers von The Stanley Parable gespuckt haben, als er sein eigenes Game Studio Crows Crows Crows gegründet hat. Denn kaum einige Monate danach, erschien der Debüt-Titel Dr. Langeskov, The Tiger and The Terribly Cursed Emerald: A Whirlwind Heist, welcher genau ein solches Szenario beschreibt.

Der Titel verspricht einiges

Eine einfach und gut platzierte Überschrift kann begeistern und zum Nachdenken verleiten. Bei Berichten, Filmen und Büchern ist dieses Phänomen bereits bekannt, auch bei Computerspielen kann man diesem Konzept Geltung schenken. Dr. Langeskov, The Tiger and The Terribly Cursed Emerald: A Whirlwind Heist macht dementsprechend etwas verkehrt, dennoch oder gerade durch den übertrieben langen Titel welcher aus der Masse hervorsticht, wird man aufmerksam. Leider wirkt ein solcher Titel auch etwas überfordernd. Sich ein klares Bild über das Spiel zu machen, gelingt kaum. Auch nach starten des Spiels hilft das Titelbild kaum, das Wirrwarr aus möglichen Szenarien im Kopf zurechtzurücken. Der ersehnte “Aha”-Effekt bleibt gänzlich aus. Man erscheint als Figur und starrt auf den Titelbildschirm welcher als Poster vor einem an die Wand tapeziert wurde. Erst eine Stimme welche sich als Regisseur ausgibt, motiviert einem einen klaren Kopf zu bewahren. Der Raum scheint menschenleer und trostlos, Reklameposter mit langen Namen, zwei kleinen Tischen und ein Getränkeautomat hüllen ihn in eine Art Vorzimmer und deklarieren ihn gleichzeitig als Abstellraum.

langeskov stanley parable puzzle - Dr. Langeskov, The Tiger and The Terribly Cursed Emerald: A Whirlwind Heist

Man ist nicht allein

Mit freudiger Erwartung lädt der Sprecher dem Spieler ein sich einer Tür zu nähern, die einem angeblich erst in das wirkliche Spiel führt. Der Regisseur schwärmt von bevorstehenden Gefahren und Abenteuern, Vorfreude kommt auf, man erhofft Grosses. Doch dann die schreckliche Nachricht! Es wäre bereits ein Spieler im Spiel und es wäre unmöglich das Spiel jetzt zu betreten, man müsse abwarten. Der Regisseur entschuldigt sich unzählige Male und anstatt ins erhoffte Spiel zu treten, wird man gebeten eine andere Türe zu nutzen und so beginnt die wahre Geschichte des Spiels. Ein Spiel in dem man nicht mehr im Mittelpunkt des Geschehens ist, sondern als Fremder, als Aussenstehender dafür sorgen muss, dass es dem eigentlichen Spieler an nichts fehlt.

Hommage an die Filmwelt

Durch unzählige Flure mit unzähligen Schaltern und Vorrichtungen wird man ab dann durch die Stimme des Regisseurs voran getrieben. “Ach, könnte man nicht kurz mit dem Schalter oder jener Vorrichtung helfen, man hätte ja noch genug Zeit”. Der Sprecher bittet einem immer wieder um kleine Gefallen, welche geschickt mit der Vorfreude auf baldiges Selbsterfahrens des Spiels gut geredet werden. Das Licht muss aktiviert werden, das Wetter reguliert, der Fahrstuhl betätigt und auch als Tiger-Dompteur muss man sich beweisen, Hauptsache dem wahren Spieler fehlt es an nichts. Das Spiel suggeriert die aberwitzige aber doch absurde Idee, ein Spiel wäre wie ein Film in mühsamer Handarbeit aufgebaut. Ein Spiel, welches sozusagen im echten Leben ablaufen würde. Heutzutage wird dies im kleinen Massstab durch sogenannte Room-Escape-Games zwar gemacht, aber in einer solchen Dimension, dass es doch recht überschaubar bleibt.

langeskov stanley parable - Dr. Langeskov, The Tiger and The Terribly Cursed Emerald: A Whirlwind Heist

Fazit

Dr. Langeskov, The Tiger and The Terribly Cursed Emerald: A Whirlwind Heist ist eine witzige, jedoch kurzweilige Erfahrung welche das Entwicklerteam gratis zum Download zur Verfügung stellt. Meiner Meinung ist die Spielzeit von 15 Minuten sehr kurz, nichtsdestotrotz ist es als Gratis-Game eines neuen Entwicklerstudios ein gut durchdachtes Spiel mit Charme. Leider kann es nicht an The Stanley Parable oder The Beginners Guide heran reichen. Es bleibt abzuwarten was den Leuten des Crows Crows Crows Entwicklerteams als nächstes durch die Köpfe geistert. Vielleicht sieht man sich in einem ihrer nächsten Spiele als Inspektor wieder, erste Anzeichen dafür gibt es bereits auf der Homepage.

 

Bildquellen
Bild1 Steamstore

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1 Kommentar

  1. Ich hatte das Spiel übrigens nach diesem Artikel auch (ganze zwei mal!) durchgespielt. Es ist in der Tat ziemlich kurz aber wirklich sehr toll gemacht. Und da es Gratis ist, kann ich es nur jedem empfehlen.
    Mir hat’s auf jeden Fall gefallen und bin gespannt auf ihr erstes vollständige Game, die Webseite zu durchstöbern ging schon fast länger als Dr. Langeskov 😀 und hat schon für mächtig Atmosphäre gesorgt.