Fantasy Basel 2015

Eine Gamescom für die Schweiz?

Vom 14. bis zum 16. Mai fand in der Messe Basel zum ersten Mal die ‚Fantasy Basel‘ statt. Die Veranstaltung sollte als eine Mischung aus Cosplay-/ Mangaconvention und Gamesmesse eine neue Plattform für die Nerdkultur bieten. Wir waren am Freitag in Basel unterwegs um herauszufinden, was die Messe wirklich zu bieten hat. Im Nachfolgenden haben wir kurz zusammengefasst, was uns gefallen hat und was wir nächstes Jahr gerne verbessert sehen möchten.

Klein, aber mit Charme

Der Vergleich mit der Gamescom scheint auf den ersten Moment naheliegend, doch die Fantasy Basel ist mit zwei vergleichbar kleinen Hallen einfach sehr, sehr viel kleiner als die derzeit grösste Gamingmesse Europas. Doch genau das ist es, was die Fantasy bisher zu einer sehr schönen Veranstaltung macht. Denn während man auf der Gamescom verzweifelt versucht möglichst vieles zu sehen und nichts zu verpassen, hat man in Basel bereits nach gut zwei Stunden alle Stände besucht. Das gibt einem die Möglichkeit mehr Zeit in das, was einem angeboten wird, zu investieren. Einerseits sieht man die obligatorischen Stände von Nintendo und Sony (Microsoft war jedoch abwesend), daneben gibt es aber auch einen Stand der Swiss Game Developers Association, welcher etliche auch unbekannte, jedoch nicht minder spassige Spiele, zeigt. Häufig sind auch die Entwickler der Spiele vor Ort und erzählen ausführlich über ihr Spiel.

Ein paar Schritte weiter finden wir einen Stand mit vielen Bilder von Malern aller Art. Seien es Speeddrawings oder klassische Ölgemälde. Vom Paintbrusher bis zum Portraitzeichner gibt es viel zu entdecken. Zusätzlich haben etliche Shops ihre Waren ausgestellt. Hier findet man die typischen Plushies, Actionfiguren, Mangas und Katanas, wie es mittlerweile auf derartigen Conventions üblich ist. In der grossen Eventhalle findet man zudem eine Bühne, auf welcher jeden Tag die besten Cosplays ausgezeichnet werden. Dort fanden am Donnerstag auch die Showmatches des Schweizer League of Legends Team von mYinsanity statt. Zudem befindet sich in einer Ecke der Halle ein Stand, an welchem man sich gegenseitig mit Plastikdegen auf die Fresse geben kann.

Viel mehr hat die Messe jedoch nicht zu bieten, doch gerade wegen der bescheidenen Grösse bekommt das Ganze einen schon fast familiären Charme. Nicht zuletzt ist dies auch den vielen Cosplayern geschuldet. „Ich komm mir schon beinahe als Aussenseiter vor, weil ich nicht verkleidet gekommen bin“, meinte ein Besucher. Auch Pressesprecher Mohan Mani ist überrascht von der grossen Anzahl an Cosplayern: „Ich hätte nicht gedacht, dass sich in der Schweiz so viele gerne verkleiden.“

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In der Eventhalle wurden die Besucher mit dieser Kullise begrüsst.

 

Erstmesse etwas Unorganisiert

Schon beim erstmaligen Einlass auf das Messegelände fällt einem auf, dass man von der Eventhalle zu der Ausstellungshalle 4 erst einmal eine Strasse überqueren muss. In der Praxis ist das sehr umständlich, denn die Veranstalter sind so gezwungen, vor beiden Hallen eine Form der Ticketkontrolle durchzuführen. Dies geschieht mit Hilfe von farbigen Bändeln, welche zuvor an der Kasse mit dem Ticket eingelöst werden konnte. Solche logistischen Pannen treten immer wieder auf. So befindet sich die Umkleidekabinen für die Cosplayer sehr weit von der Hauptbühne entfernt, zudem müssen die Verkleideten dabei auch eine Treppe überwinden, was sich bei gewissen Kostümen als sehr schwierig erweist.

Das grösste organisatorische Problem schien allerdings bei der Akquirierung von Ausstellern zu liegen. So beklagten einige der Aussteller die eher knappen Anfragen der Organisatoren. Diese wiederum liessen verlauten, dass besonders die grossen Namen bei Anfragen eher skeptisch reagierten, da sie vermuteten, die Messe würde nicht gut besucht. Doch dies war weit gefehlt. Am Donnerstag und am Samstag war die Messe ausverkauft, auch der Freitag – obwohl kein offizieller Feiertag – lockte eine zufriedenstellende Menge an Besuchern an.

Für eine Erstausführung einer Veranstaltung schneidet die Messe Basel aber ganz gut ab, denn ein solches Event erfordert stets eine gute Koordination vieler Leute. Damit das reibungslos läuft, braucht es immer eine gewisse Übungszeit. „Es gibt jetzt schon einiges, was wir nächstes Jahr sicher besser machen werden“, bestätigt Mohan Mani im Gespräch. Und auf die Frage, ob es denn sicher eine Fantasy im nächsten Jahr geben wird, erwidert er: „Die Messe wird sehr gut besucht, also besteht offensichtlich sehr grosses Interesse daran. Es ist noch nicht in Stein gemeisselt, aber ich denke, dass dies eine sehr gute Grundlage für eine Fantasy Basel 2016 ist.“

Und wie hat’s uns jetzt gefallen

Natürlich war die Messe nicht perfekt. Sie könnte grösser sein, die Events innerhalb der Messe könnten definitiv noch etwas Pepp vertragen und es könnten definitiv auch mehr Stände mit unterschiedlichsten Spielen zu Gast sein. Zudem ist es für nächstes Jahr unbedingt nötig, dass das Hallengelände nicht unterteilt wird, das ständige über die Strasse laufen, ist sehr mühsam und unpraktisch. Abgesehen davon sehe ich für die Fantasy eine gute Möglichkeit eine grosse Spiele-/ Mangamesse in der Schweiz zu etablieren. Aus diesem Grund freuen wir uns bereits auf eine (vielleicht etwas grössere) Fantasy Basel 2016 und hoffen auch dann wieder vor Ort sein zu dürfen.

 

Update

Wir haben in den Tiefen einer Harddrive noch 3 Interviews gefunden, welche von Zetwonso und xxlove7xx geführt worden sind. Dies schürt doch unsere Vorfreude auf die Fantasy Basel 2016, welche vom 5. bis 7. Mai stattfinden wird.

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3 Kommentare

  1. Es wird mehrere Videos geben, da wir relativ viel Material aufgenommen haben. Deshalb ist da ne Menge Arbeit die erledigt werden muss. Die Videos kommen so schnell es geht.

  2. *Update
    Wir haben noch 3 interviews, welche von Zetwonso und xxlove7xx geführt worden sind in den Beitrag eingefügt. Nicht vergessen, die [URL=’https://swisssmp.ch/threads/fantasy-basel-2016.7800/‘]Fantasy Basel 2016[/URL] findet vom 5. Mai – 7. Mai statt!