Fantasy Basel 2017

Die Comic Con der Schweiz

Bereits zum dritten Mal öffnete die Basler Messe mit der Fantasy Basel 2017 ihre Tore und lädt Film-, Comic- und Gameenthusiasten unter einem Dach ein für drei Tage Spass, Kunst und Nerdkultur. Und das sogar ein paar Wochen zu früh. Während die Fantasy in den letzten Jahren immer am Auffahrtswochenende stattfand, wurde dieses Jahr das durch den Tag der Arbeit verlängerte Wochenende zum Maibeginn gewählt. Doch die Besucher liessen sich nicht überraschen. Pünktlich standen sie um halb zehn Uhr bereit vor dem Eingang und freuten sich auf den ersten Messetag…

Alles unter EINEM Dach

Die Organisation der Fantasy Basel 2017 scheint sich jedes Jahr etwas zu verbessern. Kompakt zeigt sich die diesjährige Messe, denn sämtliche Aussteller befinden sich in einer Halle. Zentral liegt der kreisrunde Foodcourt, von wo aus man direkt alle drei Ebenen erreichen kann. So können sich die Besucher nicht in unendlich langen Zubringern verlaufen, wie im letzten Jahr. In der untersten Ebene finden sich (fast) alle Stände zum Bereich Gaming. Der grosse Renner bleibt dabei wie im letzten Jahr Virtual Reality. Vom Railshooter bis zum Gleitschirmfliegen kann man hier alles machen, wenn man sich nur eine Brille aufzieht. Schön ist hier, dass mittlerweile nicht mehr die Hardware der Brillen im Zentrum steht. Nun lockt man mit kreativen Anwendungsmöglichkeiten der Brille. Hoffentlich kommt diese Technologie endlich richtig in Fahrt.

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Auf der mittleren Ebene finden sich neben einem sehr informativen Stand der Universität Bern über Exoplaneten auch ein grosses Areal, in dem die neuesten Kinofilme vorgestellt werden. Der Bereich wirkt leider jedoch etwas leer, da es abgesehen von überdimensionierten Kinoplakaten nicht viel zu bestaunen gibt. Allerdings finden sich daneben auch viele von Fans replizierte Artefakte aus Filmen wie Indiana Jones und einige beeindruckende Modelle aus Lego, welche Szenen aus den Star Wars Filmen zeigen. Zu guter Letzt fand man hier auch eine Reihe von Verkaufsständen, die jeden, der sich gerne verkleidet, in einen plötzlichen Shoppingwahn verfallen liess.

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Die oberste Ebene beherbergte die Hauptbühne und zwei Podien. An allen drei Orten fanden über den Tag verteilt interessante Panels und unterhaltsame Shows statt. Ein besonderes Highlight war hier wieder der Cosplaycontest, an welchem die besten Verkleidungen von der Jury ausgelesen wurden. Der Gewinner erhält als Hauptpreis eine Nähmaschine. Der Rest der Ebene war gefüllt mit kleinen Ständen von unabhängigen Artists, Autoren und anderen Kreativen. Hier konnte man an jeder Ecke wunderschöne Bilder bestaunen, sich selbst von einem Künstler malen lassen oder seinen (neuen) Lieblingsautor um ein Autogramm bitten.

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Teure Begegnungen und wenig Spektakel

Wie im letzten Jahr sorgte die Organisatoren dafür, dass sich einige interessante Persönlichkeiten an die Messe verirrten. Der Fokus lag dabei dieses Jahr klar im Filmbusiness. Auch wenn man sich vielleicht noch jemanden aus der Gaming Branche gewünscht hätte wie letztes Jahr xPeke. Mit Kiran Shah (Unter anderem Stunt Man von Frodo aus ‚The Lord of the Rings‘), Stephanie Silva (spielte in Star Wars: The Force Awakens mit) und Paul Warren (Bodydouble von Daniel Radclife in ‚Harry Potter 5) war das Line Up jedoch durchaus zufriedenstellend. Doch um überhaupt an diese Stars heranzukommen und sich ein Autogramm oder Bild mit ihnen zu ergattern, zahlte man Eintritt. Und zwar so viel, dass man dafür glatt einen zweiten Messetag besuchen könnte.

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Glücklicherweise konnte man sich auch anders beschäftigen. Wer etwas fürs Auge wollte, setzte sich in eine Ecke und bewunderte die wiederum unzähligen Cosplays, einige davon besonders gut gelungen. Es gab eine Gruppe von professionellen Cosplayern, die an ihrem Stand einen Transformers Anzug präsentierten. Der Träger konnte sogar mit bestimmten Bewegungen Soundeffekte auslösen. Doch mein persönlicher Favorit ist der Sieger des Publikumspreises beim Cosplaywettbewerb. Eine unglaublich detaillierte Umsetzung von Gimli, dem Zwerg aus ‚Lord of the Rings‘. Er war eine der sechs, die es auf die Bühne geschafft hatten. Sämtliche anderen auch sehr guten Verkleidungen durften nicht teilnehmen. Eine bedauernswerte Beschränkung, die den Cosplaywettbewerb etwas abgewertet hatte. Für mich wäre ein deutlich grösseres Spektakel angebracht gewesen.

Doch das ist die Fantasy Basel 2017 nicht. Kein Stand dröhnt die gesamte Halle mit übel lauter Musik zu und beim Design halten sich auch die grossen Hersteller weiterhin eher zurück. Wahnsinnige Kämpfe um den spektakulärsten oder lautesten Stand wie an der Gamescom gibt es nicht, genauso wenig wie stundenlanges Warten. Wenn überhaupt steht man vielleicht eine Viertelstunde an und dann für ein besonderes Highlight. Diese ruhigere Atmosphäre steht der Messe aber äusserst gut. So kann man ohne Probleme interessante Leute kennen lernen und kehrt abends nicht mit einem Tinitus heim.

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Kleine, aber feine Highlights

Weiterhin bleibt die Fantasy eine kleine, gemütliche Comic Con. Und sie bietet trotz Zurückhaltung in einigen Bereichen viele Highlights. Für mich persönlich war dies wieder der Nintendo Stand, der auch wie die Jahre zuvor ein ausgesprochen vielfältiges Angebot an Spielen zum Ausprobieren mitbrachte. Besonders gefiel mir das voraussichtlich im Juni erscheinende Arms für die Nintendo Switch. Zwei Spieler bekämpfen sich dabei mit Charakteren, deren Arme sich meterweise ausfahren lassen. Mit Hilfe der äusserst präzisen Bewegungssteuerung der Nintendo Switch können die Fäuste punktgenau auf den Gegner abgefeuert werden. Darüber hinaus konnte man auch die bereits erschienenen Titel Zelda: Breath of the Wild und 1, 2, Switch ausprobieren.

Weitere Highlights waren unter anderem die Omen Challenge am Stand von HP, bei der dem Spieler Spielgefühl unter Extremstbedingungen abgefordert wurden; Die Rätselkiste beim Stand von Room Escape; Comic Bestseller Neil Gibson (‚Twisted Dark‘); Und die Swiss Gaming Challenge, an der sich am Samstag im League of Legends Finale die XxCrazykillersxX dem Team von Lausanne eSports stellen mussten. (Achtung Spoiler: Das Best of 3 gewann das Team aus Lausanne souverän mit 2:0). Am Sonntag und Montag folgten dann noch die Finals in Overwatch und Rocket League.

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Ein weiteres gelungenes Jahr

Während vor nun drei Jahren noch Skepsis herrschte, ob eine Messe wie die Fantasy überhaupt genug Anklang finden würde, hat sich dies nun gewandelt. Die Frage lautet nun, wie sich die Comic Con der Schweiz nun weiterentwickeln wird. Bisher bleibt sie ganz klar eine überschaubare Zusammenkunft der gesamten ‚Nerdkultur‘ mit ihren eigenen kleinen, aber feinen Highlights. Einzig die horrenden Preise für die Autogramme der Stars stossen etwas sauer auf. Daneben behält die Fantasy aber den Charme mit ihren vielen Cosplayern und dem grossen Raum für aufstrebende Künstler und Autoren. Auch die grossen Hersteller standen nun teils zum mehrfachten Mal bereit. Nun bleibt abzuwarten, was wir nächstes Jahr zu sehen bekommen. Ich freue mich bereits darauf und markiere mir schon den 10. bis 12. Mai 2018. Vielleicht findet sich ja wieder das eine oder andere SwissSMP.ch T-Shirt.

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Text: Zetwonso
Bilder: Husse43 & marquis

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2 Kommentare

  1. Vielen Dank für den tollen Bericht!

    Ich nehme mir seit der ersten Ausgabe vor, dass ich mal zu diesem Zweck nach Basel fahre und es ist sich auch heuer nicht ausgegangen. Mal schauen ob es nächstes Jahr klappen wird…